Top 5 WhatsApp-Alternativen 2019 – Privatsphäre & Sicherheit

Mit mehr als 1 Milliarde Anwendern in 180 Ländern ist WhatsApp die beliebteste Messaging App auf der Welt.

Dass Facebook das Unternehmen WhatsApp 2014 gekauft hat, trieb die Sorgenfalten auf die Stirn von Datenschutzexperten und sicherheitsbewussten Anwendern. Immerhin waren Facebook und entsprechende Apps von Dritten in mehrere Datenschutzskandale verwickelt. Das Ergebnis war, dass die Daten von tausenden Anwendern öffentlich einsehbar waren. WhatsApp hat aber immer darauf bestanden, eine separate Anwendung zu sein und einen sicheren Nachrichten-Service zur Verfügung zu stellen.

Das ändert sich nun. Facebook hat kürzlich verkündet, drei Nachrichtenplattformen zu vereinen. Damit sind die Nachrichtenfunktionen von Facebook, WhatsApp und Instagram gemeint. Anwender können sich danach plattformübergreifend Nachrichten schreibenallowing.

Eine Quelle hat bestätigt, dass das Unternehmen auch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf allen drei Plattformen einführen will. Damit würden der Facebook Messenger und Instagram theoretisch so sicher wie WhatsApp. Allerdings könnte es WhatsApp auch weniger sicher machen, wenn man den Service auf das Niveau der anderen Plattform bringen möchte.

Sicherheitslücken bei WhatsApp

WhatsApp verspricht Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das ist ein tolles Sicherheitswerkzeug. Allerdings gibt es mehrere Schwachstellen, die das Unternehmen adressieren muss.

Im Haftungsausschluss steht „Als Teil der Facebook-Familie erhält WhatsApp Informtationen von und teilt welche mit den anderen Firmen der Familie. Wir nutzen möglicherweise Daten, die wir von anderen erhalten und sie verwenden vielleicht Daten, die wir mit ihnen teilen. So betreiben, verbessern, verstehen, unterstützen und vermarkten wir unseren Service und dessen Angebote und passen entsprechend an.“

Facebook und die anderen Unternehmen der Facebook-Familie haben möglicherweise auch Daten von uns, um Deine Erfahrungen innerhalb deren Services zu verbessern, wie zum Beispiel Produktvorschläge unterbreiten zu können.“

„Wir speichern die Nachrichten unserer Anwender nicht im Rahmen der Bereitstellung unserer Services. Allerdings speichern wir die Kontoinformationen unserer Anwender, inklusive Profilbilder, Profilname oder Statusnachrichten, wenn sie als Teil der Kontoinformationen aufgeführt sind.“

Kurz gesagt bedeutet das, dass Deine Nachrichten wahrscheinlich sicher sind. WhatsApp speichert die Anwenderdaten auf privaten Servern. Das Unternehmen kann die Informationen aber zu Marketingzwecken nutzen.

Hinzu kommt noch, dass die auf den Servern gespeicherten Daten an die behörden weitergegeben werden können, sollte das ein „spezielles“ Ereignis verlangen. Hacker könnten ebenfalls auf die Server von WhatsApp einbrechen und Zugriff auf die Telefonnummern und die Kontodetails der Anwender erlangen.

Die 5 besten Alternativen zu WhatsApp – diese Apps schützen Deine Privatsphäre und halten Dich sicher

1. Signal

Signal kostet nichts, hat starke Verschlüsselung und funktioniert auf allen mobilen Plattformen. Wie die meisten anderen Messaging App lässt sich auch Signal sehr einfach benutzen. Es bietet Optionen für Video- und Sprachanrufe, deswegen wirst Du WhatsApp nicht vermissen.

Signal bietet Installationsdateien für den Desktop, deswegen kannst Du die App neben Deinem Smartphone auch auf Deinem Computer nutzen.

Jede Nachricht wird verschlüsselt. Lediglich Sender und Empfänger können sie lesen. Hacker können die Nachrichten gar nicht mitlesen. Signal setzt auf Open-Source-Verschlüsselung. Experten können es somit testen und Fehler finden. Das macht die App sogar noch sicherer.

Die Anwender können Nachrichten verschwinden lassen, indem sie ein Zeitintervall für ein automatisches Löschen bestimmen. Damit ist Privatsphäre garantiert, selbst wenn jemand anderes Zugriff auf Dein Smartphone hat.

Signal hat allerdings keine animierten Emojis. Du darfst aber die Emojis des jeweiligen Geräts in die App importieren.

Vorteile

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • Open-Source-Verschlüsselung
  • Für alle großen Plattformen verfügbar
  • Nachrichten verschwinden

Nachteile

  • Keine animierten Emojis

Bewertung: 4.8/5

2. Threema

Threema verspricht komplette Privatsphäre. Deine Kontaktlisten und Gruppeninformationen werden nur auf Deinem Telefon gespeichert und nicht in der App. Nachrichten werden gelöscht, sobald sie ausgeliefert sind. Du kannst Dich mit Leuten über Deine 8-stellige Threema ID anstatt einer Telefonnummer in Verbindung setzen. Damit wird die Privatsphäre weiter geschützt. Kontakte verifizierst Du mit einzigartigen QR-Codes.

Threema bietet für alle Nachrichtenarten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Dazu gehören Text, Sprachanrufe, geteilt Dateien und Gruppenchats. Selbst Statusnachrichten werden verschlüsselt, sodass niemand verfolgen kann, was Du postest. Die Nachrichten lassen sich lediglich vom Sender und vom gewünschten Empfänger lesen.

Du kannst Threema sicher im Browser benutzen. Genau wie WhatsApp bietet die App Funktionen für das Formatieren. Du kannst auch Standorte und Dateien versenden. Im Gegensatz zu WhatsApp können Anwender Umfragen erstellen und „Like“ Feedback zu bestimmten Nachrichten hinterlassen. Du kannst bestimmte Chats sogar verstecken und sie mit einem Passwort schützen.

Threema hat seinen Hauptsitz in der Schweiz und das Land ist für starke Datenschutzgesetze bekannt.

Vorteile

  • Du brauchst keine Telefonnummer
  • Kontakte lassen sich mit QR Codes verifzieren
  • Funktionen für Textformatierung vorhanden
  • Ein Passwort schützt Deine Chats

Nachteile

  • Kostenpflichtige App

Bewertung: 4.6/5

3. Telegram

Telegram hat über 200 Millionen Anwender und ist deswegen eine populäre Alternative zu WhatsApp. Die Cloud-basierte App funktioniert auf mehreren Plattformen. Ähnlich zu WhatsApp benutzt es ein System mit doppeltem Haken und damit siehst Du, ob jemand eine Nachricht erhalten hat.

Die App bietet per Standard Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Sprachanrufe und damit ist sichergestellt, dass niemand Deine Anrufe belauschen kann. Allerdings muss das Verschlüsseln der Nachrichten manuell aktiviert werden, damit sich nicht anders gespeichert werden.

Genau wie bei Signal kannst Du die Nachrichten nach einer bestimmten Zeit automatisch löschen lassen. Es wird auch das Teilen von Multimedia-Dateien unterstützt.

Vorteile

  • Open-Source-Software
  • Benutzerfreundliche Plattform
  • Cloud-basiert, sodass Du Deine Sachen niemals verlierst

Nachteile

  • Verschlüsselung ist per Standard nicht aktiviert und Du musst sie manuell aktivieren
  • Hat eine eigene Verschlüsselung entwickelt und das wurde kritisiert

Bewertung: 4.5/5

4. Wire

Wire ist eine sichere Nachrichten-App mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und wird durch Datenspeicherungsgesetze in Europa geschützt. Private Konten sind kostenlos, es gibt aber auch Business-Pakete mit zusätzlichen Funktionen und Kundenservice. Wire wirbt mit klarer Kommunikation via Sprache und Video.

Bei Wire kannst Du den Bildschirm 1 : 1 und auch mit Gruppen teilen. Das Teilen von Multimedia-Dateien wird unterstützt und es gibt Filter für Audio. Die Software ist für alle großen Plattformen verfügbar und Du kannst Dich von bis zu acht synchronisierten Geräten an Deinem Konto anmelden.

Du kannst den Text fett und kursiv formatieren. Ebenfalls ist innerhalb von Chats das Erstellen von Listen erlaubt. Du kannst weiterhin die Größen der Dateien optimieren, damit sie sich leichter teilen lassen. Weiterhin darfst Du eine Zeit festlegen, nach wann Nachrichten gelöscht werden sollen. Das sorgt für zusätzliche Privatsphäre.

Vorteile

  • Sichere Chats
  • Zeitgesteuerte Nachrichten
  • Man kann damit bis zu 8 Geräte gleichzeitig nutzen
  • Reichhaltige Konversationen

Nachteile

  • Kostenpflichtige App

Bewertung: 4.4/5

5. Riot.IM

Es unterstützt VoIP und Videoanrufe sowie Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Nachrichten. Jeder Anwender bekommt eine einzigartige ID, die anstelle einer Telefonnummer genutzt wird. Das hilft, Deine Anonymität zu wahren.

Riot funktioniert mit Open-Source-Software. Es hat zwar eigene Bots, aber die Entwickler werden auch aufgefordert, selbst welche zu erstellen. Damit können Anwender mit der Software interagieren. Sie ist damit flexibler und sicherer. Dank der Open-Source-Funktionen ist Riot besser für Entwickler-Teams als für Unternehmensgruppen geeignet.

Riot bietet Gesprächsräume und Anwender dürfen auch die öffentlichen Chats besuchen. Weiterhin sind private Räume verfügbar, die Du mithilfe eines Links besuchen darfst.

Hinzu kommt noch, dass der Desktop Client eine einfache und freundliche Oberfläche bietet. Die App ist in sieben Sprachen übersetzt. Sie gestattet auch eine Verbindung zu anderen Anwendungen.

Vorteile

  • Anwender-IDs anstelle von Telefonnummern
  • Open-Source-Software
  • Sauberer Desktop-Client
  • In sieben Sprachen erhältlich

Nachteile

  • Verschlüsselung ist per Standard nicht aktiviert und Du musst sie manuell aktivieren.

Bewertung: 4.2/5

Willst Du sicherstellen, dass Deine privaten Nachrichten auch privat bleiben, dann willst Du WhatsApp vielleicht löschen und eine Alternative suchen. Die hier vorgeschlagenen Apps sind für starke Verschlüsselung bekannt.

Suchst Du nach noch mehr Datenschutzlösungen? Dann informiere Dich, wie Du Deine Privatsphäre auf einem iPhone schützen kannst oder erfahre, wie es sich ohne Google leben lässt.

War dies hilfreich? Teil Sie es mit anderen!