Der umfassende Leitfaden zu Bitcoin, der Dich nicht frustriert

Die meisten Leute verstehen das Konzept und den Prozess von Bitcoin nicht. Unser umfangreicher Leitfaden befasst sich mit dem Wesentlichen und bleibt dabei verständlich. Wir werden Dich weder verwirren, noch frustrieren. Teilen

Hast Du von Bitcoin gehört?

Das ist heutzutage fast eine rhetorische Frage, weil Bitcoin sehr schnell an Popularität gewinnt und in den Medien dauernd erwähnt wird. Das bedeutet aber nicht, dass jeder kapiert, um was es dabei geht.

Es sieht in der Tat so aus, dass die meisten Leute die Materie nicht kapieren. Das liegt in erster Linie an der technischen Natur der darunterliegenden Technologie und die kann in der Tat einschüchternd wirken.

Mit diesem Leitfaden verfolgen wir das Ziel, die wesentlichen Konzepte der Blockchain und von Bitcoin auf verständliche Weise zu erklären. Es wird ein langer Leitfaden und deswegen haben wir ihn in logische Abschnitte eingeteilt.

Das Konzept von Bitcoin und Blockchain beinhaltet viele Fachbegriffe. Kurze Erklärungen findest Du in diesem Glossar.


1. Wie Bitcoin erschaffen wurde

A. Wer hat Bitcoin erfunden?

Bitcoin wurde von einer anonymen Person erfunden, die unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto auftrat. Im Oktober 2008 hat er das Konzept veröffentlicht und es in der Kryptografie-Community verbreitet.

2009 hat Nakamoto den Code für die Bitcoin Software fertiggestellt und Leute aus der Open Source Community eingeladen, beizusteuern oder mitzuarbeiten.

Am 3. Januar 2009 hat er den ersten Block selbst geschürft. Die öffentlichen Aufzeichnungen seiner Bitcoin-Adressen zeigen, dass er derzeit Bitcoin im Wert von über 19 Milliarden US-Dollar besitzt. Das macht auf der Liste mit den reichsten Leuten der Erde zur Nummer 44.

Niemand weiß aber wirklich, wer Satoshi Nakamoto ist. Journalisten haben Recherchen angestellt und es wurde spekuliert, dass es sich um Studenten oder auch Berühmtheiten handelt. Bisher konnte aber nichts eindeutig bewiesen werden. Es klingt vielleicht lächerlich, aber einige haben die Theorie, dass Satoshi Nakamoto ein Zeitreisender ist, der aus der Zukunft kommt.

Was man auf jeden Fall nicht weiter diskutieren muss, ist die Tatsache, dass Satoshi Nakamoto mit Bitcoin das Konzept von Geld revoluzioniert hat. Es lassen sich damit viele Probleme lösen, die mit der herkömmlichen Nutzung von Geld nicht lösbar sind.

B. Das Problem mit herkömmlicher Währung

Wir wissen alle, wie man Geld aus dem Geldautomaten holt und wie man ein Päckchen Kaugummi kauft. Wie viele von uns wissen aber wirklich, wie Transaktionen funktionieren? Warum akzeptiert jeder, dass die Metallstücke und das Papier einen gewissen Wert haben? 

Ursprünglich war eine Währung an ein physisches Gut wie zum Beispiel Gold gebunden. Zum Beispiel war Gold im Jahre 1900 20,67 US-Dollar pro Unze wert. Die Regierung in den USA konnte also nur 20,67 US-Dollar Währung für jede Unze Gold prägen, die sie in Reserve hatte. Das bedeutete auch, dass jeder Besitzer von US-Dollars zu Regierung gehen konnte und sein Geld in den entsprechenden Goldwert umtauschen durfte.

In den USA hat dieses System im Jahre 1971 sein Ende gefunden. Der US-Dollar wurde dann zu einer sogenannten Fiat-Währung. Er hatte also keinen Eigenwert mehr. In den vergangenen Jahrzehnten wurden alle wichtigen Währungen auf der Erde in ein Fiat-System umgewandelt.

In diesen Fällen wird der Wert einer Währung von Angebot und Nachfrage bestimmt sowie dem Vertrauen der Menschen in die Wirtschaft. Somit können Regierungen durch gewisse Kontrollmechanismen wirtschaftliche Stabilität garantieren. Wir sprechen hier zum Beispiel von Krediten, Liquidität und Zinsen. Es könnte aber auch dazu führen, dass Regierungen mehr Geld drucken als sie sollten und das führt wiederum zu einer Hyperinflation.

Ein weiteres Problem mit Fiat-Währungen ist der Fakt, dass das System zentralisiert ist und dafür ist jede Menge Regulierung notwendig. Anders gesagt muss jede Transaktion von einem Finanzinstitut wie zum Beispiel einer Bank oder einem Kreditkarteninstitut durchgeführt werden. Nur so kann man sicherstellen, dass sie korrekt ausgeführt wurde. Deswegen bezahlst Du an einem Geldautomaten oftmals eine Gebühr, wenn das Gerät nicht zu Deiner Bank gehört. Das gleiche kann passieren, wenn Du von Deinem Bankkonto Geld zu einem Freund überweist.

Mehr Informationen über dezentralisierte Währungen findest Du in diesem Beitrag.

C. Bitcoin löst Probleme zentralisierter Währungen

Ein Ziel von Bitcoin ist es, die Probleme zu lösen, die es bei Fiat-Währungen gibt.

Verwendest Du Bitcoin, kannst Du Geldmittel zu jedem binnen weniger Sekunden und mit sehr geringen Transaktionsgebühren senden. Das ist möglich, weil das Bitcoin-System dezentralisiert ist.

Unterm Strich ist Bitcoin ein verteiltes, dezentralisiertes Konto, auf dem alle finanziellen Transaktionen gespeichert sind. Das Konto wird durch eine Technologie realisiert, die sich Blockchain nennt. Jeder Block einer Blockchain repräsentiert eine Reihe an Transaktionen. Sobald genügen Transaktionen durchgeführt sind, ist der Block komplett und lässt sich nicht mehr ändern.

Durch die Benutzung dieses öffentlichen Kontos versucht Bitcoin, eine Reihe von Problemen zu lösen:

  1. Dezentralisierung: Die wichtigste Funktion von Bitcoin ist die Dezentralisierung. Das bedeutet, dass keine einzelne Autorität oder Person die Kontrolle darüber hat. Der Code für die Software ist als Open Source verfügbar und wird von Freiwilligen gewartet. Das System wird durch ein offenes Computer-Netzwerk betrieben und die Geräte sind um den Globus verteilt. Wer auch immer mitmachen will, kann sich daran beteiligen.
  2. Anonymität: Im Gegensatz zu traditionellen Finanzsystemen weiß die Bitcoin-Software nicht wirklich, wer Du bist. Deine Identität ist Deine Bitcoin-Adresse. Ob Du eine Finanztransaktion durchführen kannst oder nicht, hängt nur davon ab, ob Du in Deinem Konto genügend Geldmittel hast.
  3. Unveränderlichtkeit: Das Bitcoin-Netzwerk und die arunterliegende Blockchain sind unveränderlich. Das bedeutet, sobald eine Transaktion durchgeführt wurde, kann sie nicht rückgängig gemacht werden. Damit ist sichergestellt, dass die Person, der Geld geschickt wurde, das auch erhält. Nun könnte man denken, dass das für den eCommerce problematisch ist, wo der Käufer geschützt werden muss. Aber auch bei Bitcoin lässt sich das mit Treuhandkonten realisieren.
  4. Begrenzter Vorrat: Herkömmliche Fiat-Währungen haben unbegrenzten Vorrat, weil die Zentralbanken so viel Geld drucken können, wie sie wollen. Die Anzahl der Bitcoin, die sich produzieren lassen, ist aber auf 21 Millionen begrenzt. Der Wert der Währung wird durch die Nachfrage bestimmt und den Vorteil, den Leute darin sehen.

Werfen wir nun einen tieferen Blick auf die darunterliegende Technologie und sehen uns an, wie Bitcoin funktioniert. Wir weisen auch auf die Probleme hin, die auftauchen, wenn man ein dezentrales Währungssystem erstellen möchte und erörtern, wie sie das Bitcoin-System löst.

2. Das Bitcoin-Protokoll

A. Bitcoin authentifiziert den Anwender mit einer digitalen Signatur

Bittest Du Deine Bank, eine Transaktion durchzuführen, dann musst Du Dich selbst authentifizieren. Vielleicht reicht Dein Führerschein, eine Sozialversicherungsnummer oder eine Unterschrift. Auf jeden Fall sind solche Mechanismen im Einsatz, damit nur Du Geld abheben oder senden kannst und Du musst über die Mittel natürlich auch verfügen. Sollte jemand versuchen, in Deinem Namen Geld zu benutzen, dann wird sie oder er (hoffentlich) geschnappt.

Wie wir weiter oben bereits erklärt haben, benutzt Bitcoin ein öffentliches Konto und alle Transaktionen werden darauf gespeichert. Wie hält man Betrüger aber davon ab, dass sie gefälschte Transaktionen hinzufügen, von denen sie profitieren? Zum Beispiel könnte Bob einfach dem Konto anfügen, dass Alice ihm Geld geschickt hat.

Um das zu verhindern, werden die Transaktionen an ein Netzwerk zusammen mit einer digitalen Signatur geschickt.

Eine digitale Signatur versichert 2 Dinge:

  1. Die Nachricht wurde vom designierten Sender geschickt.
  2. Die Nachricht wurde nicht modifiziert.

Diese digitale Signatur wird mithilfe eines Hashing-Alogorithmus und asymmetrischer Verschlüsselung erstellt.


Hashing ist die Benutzung eines Algorithmus, der eine Eingabe unumkehrbar in eine Ausgabe einer bestimmten Länge umwandelt. Der von Bitcoin benutzte Hashing-Algorithmus ist SHA256. Die Ausgabe, auch als Hash bekannt, hat 256 binäre Zahlen (Nullen und Einsen).

Stell Dir Hasing wie eine mathematische Methode vor, bei der Du eine Eingabe sehr schnell in eine Ausgabe konvertierst. Hast Du allerdings die Ausgabe, dann ist es praktisch nicht möglich, herauszufinden, was der Eingabewert war, um eben auf dieses Ergebnis zu kommen.

Wollen wir das bildlich darstellen, dann können wir als Eingabe Mehl, Zucker und Eier nehmen und die Ausgabe ist ein Kuchen. Der Algorithmus ist der Ofen, der die Zutaten in das fertige Produkt verwandelt. Sobald Du den Kuchen hast, kannst Du ihn nicht mehr in die einzelnen Zutaten zurückwandeln. Weiterhin ist es so gut wie unmöglich, die genauen Zutaten herauszufinden und wie viel von was verwendet wurde.

Um die digitale Signatur zu erstellen, muss die Nachricht, die in das Netzwerk geschickt wird, durch das Hashing laufen. Im Anschluss wird der Hash verschlüsselt.

Wie bereits erwähnt, verwendet Bitcoin einen Verschlüsselungsmechanismus, der als asymmetrische Verschlüsselung bekannt ist. Diese Art von Verschlüsselung benutzt einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel.

Das funktioniert so. Jede Person hat einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel, die zueinander gehören. Sowohl der öffentliche als auch private Schlüssel lassen sich benutzun, um eine Nachricht zu verschlüsseln. Willst Du die Nachricht entschlüsseln, muss der andere benutzt werden. Anders gesagt: Verschlüsselst Du eine Nachricht mit dem öffentlichen Schlüssel, muss sie mit dem privaten Schlüssel entschlüsselt werden und andersherum.

Der private Schlüssel gehört zu einer Person und niemand anderer hat darauf Zugriff. Im Gegensatz dazu kannst Du Deinen öffentlichen Schlüssel an Alle weitergeben. Will Alice an Bob eine private Nachricht schicken, verschlüsselt Sie sie mit dem öffentlichen Schlüssel, den sie von Bob bekommen hat. Weil nur Bob den privaten Schlüssel hat, ist er der einzige, der die Nachricht entschlüsseln kann. Will Bob eine private Nachricht an Alice schicken, verschlüsselt er mit ihrem öffentlichen Schlüssel. Nur sie kann die Nachricht mit ihrem privaten Schlüssel entschlüsseln.

Bei Bitcoin ist das Ziel natürlich nicht, private Nachrichten zu schicken. Wir haben es ja schon erwähnt, dass es sich dabei um ein öffentliches Konto handelt. Trotzdem kommt asymmetrische Verschlüsselung zum Einsatz und damit wird sichergestellt, dass die Nachricht auch von der Person geschickt wurde, von der man das erwartet hat. Weiterhin kann man somit überprüfen, dass die Nachricht nicht manipuliert wurde.

Nehmen wir also an, dass Alice ein Bitcoin an Bob schicken möchte. Damit das funktioniert, sendet Sie zwei Dinge in das Netzwerk:

  1. Eine Nachricht (sie enthält die Details der Transaktion). Die Transaktion ist unverschlüsselt und beinhaltet die Verknüpfung zu früheren Transaktionen. Sie trägt auch Eingabe- und Ausgabewerte, die bei der Bestimmung helfen, ob es genügend Mittel gibt, damit die Transaktion gültig ist.
  2. Eine digitale Signatur (zum Beispiel die Nachricht als Hash, die sie mit ihrem privaten Schlüssel verschlüsselt hat)

Bob authentifiziert die Transaktion im Anschluss wie folgt:

  1. Der Hash-Algorithmus geht über die Nachricht und daraus bekommt er Hash A.
  2. Decrypting the digital signature Alice created using Alice’s public key. This leaves him with Hash B.


Weil beide Hashes aus der gleichen Nachricht stammen, sollten sie identisch sein. Ist das der Fall, beweist das, dass die Nachricht nicht manipuliert wurde. Weil Bob die gehashte Nachricht mit dem öffentlichen Schlüssel von Alice entschlüsseln konnte und Alice die einzige mit dem privaten Schlüssel ist, beweist das, dass die Nachricht tatsächlich von ihr stammt.

B. Wie Bitcoin Informationen speichert

Ein weiteres potenzielles Problem mit einem dezentralisierten Netzwerk wie Bitcoin ist der Speicher.

Wo können wir die Kontostände der einzelnen Personen und den Transaktionsverlauf speichern?

Bei den herkömmlichen und zentralisierten Systemen gibt es dedizierte Server, die sich im Besitz der Finanzinstitute befinden und auch von ihnen verwaltet werden. Deine Bank speichert zum Beispiel alle Daten für Dich. Auch wenn die Daten als sehr sicher und vertraulich gelten, haben es Hacker doch immer wieder geschafft, an relevante Informationen zu kommen.

Im Bitcoin-System gibt es keine einzelne Instanz, die die Daten kontrolliert.

Stattdessen sind alle Informationen öffentlich.
Bitcoin macht das durch ein verteiltes Peer-to-Peer-Netzwerk möglich. Die Daten sind über mehrere tausend Computer verteilt, die man auch als Nodes bezeichnet. Sie sind mit dem Internet verbunden. Jeder Node hat Zugriff auf das Konto oder die Blockchain. Sie wird immer dann aktualisiert, wenn neue Transaktionen oder ein Block hinzugefügt werden.

Die Transaktionen werden mithilfe gewisser Regeln durchgeführt, die auch als das Bitcoin-Protokoll bekannt sind.

C. Wie Transaktionen durchgeführt werdent

Wir nehmen an, dass Alice ein Bitcoin an Bob schicken möchte.

Zunächst einmal müssen wir verifizieren, dass Alice mindestens ein Bitcoin hat. Im Blockchain-Netzwerk ist kein einzelner Eintrag, wo Du sehen kannst, wie viel Währung eine Person hat. Stattdessen wird der Gesamtwert durch alle vorangegangenen Transaktionen errechnet. Das ist auch als Transaktionskette bekannt.

Wenn Du die Bitcoin-Software zum ersten Mal herunterlädst, bekommst Du eine komplette Kopie der Transaktionskette (deswegen kann der Download schon mal 24 Stunden dauern). Sobald Du die Transaktionskette hast, lässt sich der derzeitige Kontostand von Alice einfach errechnen.

Ist dann sichergestellt, dass Alice über genügend Bitcoin verfügt, um die Transaktion durchführen zu können, folgt als nächster Schritt die Transaktionsnachricht. Die Nachricht enthält die Adressen von Sender und Empfänger, den zu überweisenden Betrag und eine digitale Signatur, die vom Sender erstellt wurde. Das alles wird öffentlich übertragen und jeder Node im Netzwerk kann die Nachricht weiterleiten und verarbeiten.

Bevor die Transaktion ausgeführt wird, kommt sie in einen Pool an nicht bestätigten Transaktionen. Man nennt das auch den Mempool oder Memory Pool. Von dort wird sie von den Schürfern entnommen.

Die Schürfer sind im Endeffekt die Mittelsleute, die die Transaktionen bestätigen. (Wir werden das weiter unten genauer erklären.) Sobald eine Transaktion bestätigt ist, fügt sie der Schürfer an den neuesten Block an. Ein Block hat eine fixe Größe und nach einer gewissen Anzahl an Transaktionen muss ein neuer Block erstellt werden. Der aktuelle Block ist mit dem vorangegangenen verknüpft und daraus bildet sich die Blockchain.


Aber wer entscheidet, welche Transatkionen an den neueste Block angefügt werden?

Normalerweise können die Schürfer entscheiden, welche Transaktion sie verarbeiten wollen und welche nicht. Damit sie Deine schneller bearbeiten, kannst Du sie ermutigen und einen kleinen Teil der Transaktion zahlen. Das sollte aber nicht notwendig sein, weil die Schürfer auch noch aus einem anderen Grund Blöcke machen wollen. Sie bekommen eine Belohnung dafür, die sich auch Block Reward nennt.

Immer wenn ein neuer Block an die Kette angefügt wird, dann bekommt der Schürfer, der sie beigesteuert hat eine Auszahlung in Bitcoin. Die genaue Menge hat sich im Laufe der Zeit geändert und wird mit wachsendem Netzwerk immer kleiner. Block Rewards sind die natürliche Art des Systems, neues Geld zu prägen.

Ist eine Transaktion Teil der Blockchain geworden, dann wurde sie offiziell durchgeführt.

D. So werden Blocks für gültig erklärt

Oben haben wir erklärt, wie neue und verifizierte Transaktionen zu einem Block hinzugefügt werden. Wie wissen wir aber, dass die neuen Transaktionen auch legitim sind?

Die Schürfer verrichten etwas, dass sich Proof-of-Work nennt.

Proof-of-Work ist das Konzept, bei dem das vertrauenswürdigste Konto dasjenige ist, bei dem die meiste Rechenarbeit einfließt. Proof-of-Work setzt voraus, dass zu erstellende Daten schwierig und aufwendig, aber schnell und einfach zu überprüfen sind.

Das wird mithilfe der Hashing-Technik ermöglicht, die wir in der Sektion mit den digitalen Unterschriften bereits erklärt haben. Du erinnerst Dich vielleicht, dass ein Hash mithilfe eines Algorithmus erstellt wird, um eine Ausgabe mit einer bestimmten Länge zu generieren.

Die Schürfer müssen ein mathematisches Rätsel lösen, um ihren Block an die existierende Blockchain anzufügen. Das Puzzle dauert eine Weile, um es zu lösen. Genauer gesagt geht es bei dem Puzzle darum, eine Eingabe zu erschaffen, deren Hash mit einer bestimmten Anzahl an Nullen beginnt.

So funktioniert das:

Nehmen wir an, dass ein Schürfer an einem Block arbeitet. Am Anfang des Blocks ist der Hash des letzten Blocks in der Blockchain. Danach befinden sich alle Transaktionen, die der Schürfer angenommen hat. Im Anschluss fügt der Schürfer eine Nummer hinzu, die sich Nonce nennt. Auf den gesamten Block wird nun ein Hashing-Algorithmus angewendet.

Wie bereits erwähnt, ist es das Ziel, einen Hash zu generieren, der mit einer bestimmten Anzahl an Nullen beginnt. Wie Du Dich sicherlich erinnerst, wird die Ausgabe ein komplett anderes Resultat sein. Damit der Schürfer die richtige Anzahl an Nullen bekommt, muss die Zahl am Ende eine ganz bestimmte Zahl sein. Wie weiß der Schürfer nun, welche Zahl die richtige ist?
Er weiß es eben nicht.He doesn’t.

Er kann lediglich zufällige Zahlen ausprobieren, bis er den richtigen Hash bekommt. Der Schürfer, der das Rätsel zuerst lösen kann, darf seinen Block an die Blockchain anfügen.

Laut Bitcoin-Protokoll sollte der gesamte Prozess ungefähr 10 Minuten dauern. Weil es immer neue Schürfer mit immer mehr Rechenleistung gibt, müssen sich die Anzahl der Nullen in bestimmten Abständen ändern.

Durch diesen Prozess werden nicht nur neue Blöcke an die Kette gehängt, sondern er verrichtet noch eine weitere wichtige Funktion. Der Prozess garantiert die Security und die Integrität des kompletten Systems.

Wie genau macht er das?

Weil jeder Block den Hash des vorangegangenen im Header hat, würde jede noch so kleine Änderung in einer Transaktion nicht nur den Hash dieses Blocks ändern, sondern auch in allen anderen Blöcken der Kette.

Wie Proof-of-Work Double Spending verhindertWill jemand eine Transaktion ändern, dann müssten die Person alle anderen und früheren Blöcke ebenfalls neu berechnen. mit jedem neu hinzugefügten Blick die Blockchain sicherer wird.


E. Wie Proof-of-Work Double Spending verhindert

Wir nehmen an, dass Alice einen Online Shop hat, der Bitcoin akzeptiert. Bob besucht die Website und bestellt ein iPhone. Wählt Bob die Zahlungsmethode Bitcoin, dann wartet Alice natürlich auf die Bestätigung der Zahlung, bevor sie das iPhone verschickt.

Bob könnte nun aber versuchen, Alice übers Ohr zu hauen, indem er zwei Transaktionen mit der gleichen Signatur initiiert. Eine würde das Geld zu Alice schicken und die andere zu ihm selbst, aber an eine andere Adresse.

Sobald Alice die Transaktionsnachricht sieht, dass das Geld gesendet wurde, würde sie das Produkt ausliefern. Sollte es aber die Transaktion zuvor in die Blockchain schaffen, mit der sich Bob selbst das Geld schickt, dann würde Bob sein iPhone kostenlos bekommen.

Wäre Alice klug, würde sie mit der Versendung des iPhones nach der Transaktion ein bisschen warten. Sie würde sich solange Zeit lassen, bis sie in der Blockchain eingegangen ist.

Aber auch das ist nicht ausreichend genug.

Der Grund ist, dass manchmal mehr als ein Block gleichzeitig hinzugefügt wird und damit wird eine Gabelung der Kette ausgelöst. In solchen Fällen kann der Schürfer, der einen Block abschließt entscheiden, zu welchem Zweig der Block hinzugefügt werden soll. Ein Zweig würde sehr schnell länger als der andere werden. Ist das der Fall, wird der kürzere Zweig weggeworfen und alle Transaktionen landen wieder im Mempool.

Genau aus diesem Grund wird eine Wartezeit empfohlen. Es sollen mindestens 6 Blöcke an die Kette angefügt werden und erst danach soll man annehmen, dass die Transaktion komplett ist. Kürzlich an die Blockchain angefügte Transaktionen nennt man manchmal auch heiße Transaktionen.
Auch an dieser Stelle wird klar, wie Proof-of-Work oder mehr Rechenleistung alle eingehenden Transaktionen sichern.


Werfen wir einen Blick auf eine weitere Theorie: Was passiert, wenn Bob zwei Zweige erstellen könnte? In der einen befindet sich ein Block, in der die echte Transaktion ist und in die andere enthält die betrügerische? Beide würden für die Schürfer so aussehen, als handle es sich dabei um eine legitime Transaktion. Alice sieht den Zweig mit der legitimen Transaktion wachsen und bekommt somit ein falsches Gefühl von Sicherheit. Sie würde das iPhone verschicken. Nun schafft es Bob vielleicht, seine Seite der Kette länger zu machen und die legitime Transaktion würde wieder im Mempool landen. Weil beide Transaktionen die gleiche Signatur haben, würde die legitime zwar wieder verarbeitet, aber schlussendlich als ungültig verworfen.

Das ist eine interessante Theorie, die hypothetisch sogar funktionieren könnte.

In der Realität ist es aber unmöglich

Der Grund ist klar. Um einen Block anzufügen, sind Rechenleistung und Zeit notwendig. Selbst es sehr leistungsstarker Prozessor kann das nicht bewerkstelligen. Damit Bob dieses Ding durchziehen kann, müsste er die Hälfte aller CPUs im Bitcoin-Netzwerk kontrollieren. That’s why this concept is sometimes referred to as a 51% attack.Deswegen wird diese Methode auch häufig als 51-Prozent-Angriff bezeichnet.

In der Realität würde der Zweig mit der legitimen Transaktion länger und die betrügerische Transaktion würde zurück im Mempool landen. Irgendwann wird ein anderer Schürfer die Transaktion wieder aufnehmen, aber die Signatur befand sich ja bereits in Benutzung. Deswegen würde die nicht legitime Transaktion als ungültig eingestuft und verworfen.

Auch wenn es Bob irgendwie schaffen würde, das Netzwerk unter seine Kontrolle zu bringen, würde es sich nicht lohnen. Der Zeitaufwand und die notwendigen Ressourcen, um das System auszutricksen, wären einfach unverhältnismäßig hoch. Er würde mehr Bitcoin verdienen, wenn er sich an die Regeln hält und ebenfalls schürft.

3. Wie man Bitcoin benutzt

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Bitcoin zu benutzen. Aber alle beinhalten irgendwie den gleichen Prozess. Insgesamt sind 3 Schritte notwendig, um Bitcoin zu benutzen: Bitcoin erwerben, die Wallet verwalten und Bitcoin gegen Güter und Services eintauschen. Sehen wir uns die Schritte im einzelnen an:

A. Bitcoin erwerben

Du kannst entweder Bitcoin schürfen (wir sprechen darüber in Sektion 2) oder auch einfach kaufen. Dazu kannst Du eine Online-Tauschbörse benutzen oder auch eine sogenannte OTC-Transaktion (Over The Counter) durchführen.

OTC-Transaktionen werden zwischen zwei Personen direkt aus. Meist liegt ein Broker dazwischen, der die Konditionen aushandelt. Das ist die populärste Methode von Leuten, die große Mengen an Bitcoin kaufen wollen (wir sprechen hier von mehreren hunderttausend US-Dollar oder sogar Millionen). Der Grund ist, dass Online-Börsen nicht die Liquidität für solche großen Transaktionen besitzen.

Auch wenn OTC-Geschäfte nicht wie Börsen reguliert sind, wird ein seriöser Broker sicherstellen, dass es keine Betrügereien gibt. Einige der wichtigen Broker sind das aus China stammende Richfund, New Yorks Genesis Global Trading und das in London ansässige Bitstocks.

Für die Otto Normalverbraucher sind Börsen wie zum Beispiel Coinbase, Coinmama oder itBit die sicherste und einfachste Möglichkeit, an Bitcoin zu kommen. Willst Du Wechselgebühren in Sachen Fremdwährungen vermeiden, kaufe am besten von einer Börse, die sich in Deinem Land befindet. Meist ist sie direkt mit den lokalen Banken verbunden.

Bei den Börsen solltest Du Dich sehr schnell zurecht finden. Melde Dich einfach auf der Website an und Du kannst sofort damit beginnen, Bitcoin zu kaufen.

Wichtig an dieser Stelle ist, dass die meisten Börsen persönliche Informationen verlangen. Dazu gehören Name, E-Mail und Telefonnummer. Benutzt Du Deine Kreditkarte, um Bitcoin zu kaufen oder machst das via Banküberweisung, dann sind die entsprechenden Daten natürlich auch notwendig.

Willst Du eine Tauschbörse benutzen und kaufst oder verkaufst darüber Bitcoin, verlierst Du natürlich sehr wahrscheinlich Deine Anonymität.

B. Die Wallet verwalten

Besitzt Du im Bitcoin-Netzwerk Währung, bedeutet es, dass Du eine Adresse und einen privaten Schlüssel hast. Wie wir bereits oben erörtert haben, kannst Du mit dem privaten Schlüssel die digitalen Signaturen verschlüsseln.

Ohne einen privaten Schlüssel hast Du keinen Zugriff auf Deine Bitcoin und kannst auch nicht beweisen, dass sie Dir gehören. Deswegen solltest Du ihn an einem sehr sicheren Ort aufbewahren.

Du erhältst einen privaten Schlüssel, wenn Du eine Bitcoin-Adresse zugewiesen bekommst. Der Schlüssel ist 256-Bit lang und lässt sich auch alphanumerisch darstellen. Zum Beispiel benutzen ihn Leute manchmal in hexadezimaler Form. Dann würde er mit 0-9 und A-F dargestellt und hätte 64 Zeichen. Die häufigste Option ist das Wallet Import Format (WIF), das 51 Zeichen lang ist. Das erste Zeichen ist dabei immer eine 5.

Nachfolgend findest Du ein Beispiel eines privaten WIF-Schlüssels:

5KJvsngHeMpm884wtkJNzQGaCErckhHJBGFsvd3VyK5qMZXj3hS

Verlierst Du Deinen privaten Schlüssel, dann hast Du auch Deine Bitcoin verloren. Solltest Du Deinen privaten Schlüssel verlieren, kannst Du Deine Bitcoin nicht wiederherstellen. Ähnlich dazu verhält es sich, wenn jemand in den Besitz Deines privaten Schlüssels kommt. Dann kann sie oder er alle Deine Bitcoin transferieren.

Wie schützt Du nun also Deine privaten Schlüssel und Deine Coins?

Eine Option ist, die Coins offline zu speichern. Speicherst Du Deine Coins und den privaten Schlüssel auf einem USB-Stick, dann können Angreifer und Hacker die Informationen nicht stehlen. Verlierst Du aber den USB-Stick oder kann ihn jemand physisch klauen, dann hast Du Pech.

Eine weitere Option, Deine Bitcoin zu speichern, ist ein Drittanbieter, der eine Bitcoin Wallet zur Verfügung stellt. Das ist eine Art Software, die Adressen und Schlüsselpaare für alle Deine Bitcoin-Transaktionen speichert.

Allerdings gibt es immer mehr Angriffe, die Krypto-Börsen auf dem Radar haben und deswegen ist es nicht ratsam, Deine Schlüssel bei diesen Anbietern zu hinterlegen. Die empfohlene Methode ist, Deine Schlüssel offline zu speichern.

C. Transaktionen mit Bitcoin tätigen

Transaktionen mit Bitcoin sind relativ einfach. Möchtest Du einer speziellen Person Geld schicken, brauchst Du nur ihre Bitcoin-Adresse. Du kannst sie in Deinem Bitcoin-Client eingeben. Benutzt die Person, der Du Geld schicken möchtest, den gleichen Client wie Du, musst Du oftmals nur die E-Mail-Adresse angeben. Sie ist mit dem Konto verknüpft.

Online-Geschäfte, die Bitcoin akzeptieren, stellen meist eine Schaltfläche zur Verfügung. Sie führt automatisch zu Deiner Wallet und Du kannst darüber bezahlen. Ist eine Wallet auf einem Mobilgerät installiert, findest Du häufig einen QR-Code, den Du mit dem Smartphone scannen kannst.

4. Wie man mit Kryptowährungen Geld verdient

Blockchain-Technologie ist komplett neu und es gibt viele Möglichkeiten, Geld damit zu machen. Im Grunde genommen gibt es zwei Optionen, die Dir an dieser Stelle zur Verfügung stehen. Das sind Schürfen und Investieren.

A. Ein Schürfer werden

Schürfen ist eine langsame, aber sichere Methode, um Bitcoin und andere Kryptowährungen zu verdienen. Wie Du Dich vielleicht erinnerst, sind Schürfer Leute im Netzwerk, die die Transaktionen validieren und sie bekommen dafür eine Belohnung. Im Falle von Bitcoin sind das zwei verschiedene Belohnungen. Eine gibt es, wenn man einen neuen Block hinzufügt und die andere, wenn eine bestimmte Transaktion verarbeitet wird.

Du kannst am Schürfen teilnehmen, indem Du dem Netzwerk CPU-Leistung zur Verfügung stellst. Weil die CPU Strom braucht, musst Du die Einnahmen durch das Schürfen unbedingt mit den Kosten vergleichen, die auf Dich zukommen. Es kommt hier sehr auf das Land an, in dem Du Dich befindest. Die sehr günstigen Stromkosten in China sind ein Grund, warum der Großteil der Schürfer in diesem Land die Arbeit verrichtet.

Andere Faktoren, die Du in Deine Rechnung aufnehmen musst sind Hash-Leistung Deiner Hardware und der momentane Preis von Bitcoin.

Wer sich ernsthaft mit dem Schürfen beschäftigt, für den gibt es spezielle Hardware. Sie ist mit sehr hohen Hash-Raten ausgestattet und der Schürfer hat eine höhere Chance, einen Block zu lösen. Ein ASIC (Application Specific Integrated Circuit) ist der allgemeine Ausdruck für so ein Gerät. Die Kombination von ASIC und günstigem Strom ist natürlich Voraussetzung, um im Schürf-Geschäft profitabel zu sein.

Du kannst Dich als individueller Schürfer betätigen oder Teil einer Gruppe sein, die CPU-Leistung gemeinsam verarbeiten. Letzteres kennt man auch als Schürf-Pool und solche Optionen eignen sich am besten für Leute, die nicht viel Hardware haben. In einem Schürf-Pool werden die Mitglieder anteilige ausbezahlt, je nachdem wie viel Rechenleistung sie beisteuern. Für das Schürfen von Bitcoin sind folgende Pools recht bekannt:

  1. Bitfury – mit Sitz in Georgien
  2. BTC.com – mit Sitz in China
  3. Slush – mit Sitz in der Tschechischen Republik

Bei den anderen Kryptowährungen musst Du selbst Recherchen betreiben, welche Pools sich am ehesten lohnen. Normalerweise findest Du Pools recht schnell, nachdem eine Währung mehr Aufmerksamkeit bekommt.

B. In eine Kryptowährung investieren

Eine direkte Investition ist zwar schnell, birgt aber auch Risiken. Das ist zumindest dann der Fall, wenn Du mit Kryptowährungen Geld verdienen möchtest. Hast Du weder Zeit noch Ressourcen, um zu schürfen, kannst Du die jeweilige Kryptowährung auch einfach von einer Börse kaufen. Bitcoin hat sich in den vergangenen Jahren als sehr rentabel erwiesen und somit die Aufmerksamkeit von allen möglichen Investoren auf sich gezogen.

Du kannst Kryptowährungen natürlich jederzeit kaufen, aber es gibt spezielle Zeiten, in denen die Chancen für Profit oder Verlust besonders hoch sind. Das ist während einem ICO (Initial Coin Offering). Wer sich mit Aktienanlagen auskennt, der würde den Vorgang wohl mit einem IPO (Initial Public Offering) vergleichen.

ICO ist ein Ereignis, bei dem Kryptowährungen der Welt erstmalig vorgestellt oder eben eingeführt werden und ein Preis dafür wurde noch nicht festgelegt. Zu dieser Zeit bewerten interessierte Investoren das Projekt und entscheiden dann, ob sie investieren wollen oder nicht. Sobald das Projekt etabliert ist und Fahrt aufnimmt, steigt normalerweise der Wert der Coin und das wiederum führt zu Profit. 

Werfen wir einen Blick auf einige interessante Geschichten von Leuten, die Bitcoin gekauft haben und später einen kleinen Schock erlitten.

  1. Im Jahre 2009 hat ein Student aus Norwegen Recherche zum Thema Kryptowährungen betrieben und damals 5000 Bitcoin für zirka 27 US-Dollar gekauft. Er hat den Kauf eine ganze Weile völlig vergessen. Vier Jahre später wurden die Medien auf Bitcoin aufmerksam und er hat sich an seinen eigenen Kauf erinnert. Plötzlich waren seine Bitcoin über 886.000 US-Dollar wert. Die Hälfte davon hat er verkauft und sich damit ein Luxusappartement in einer guten Gegend in Oslo gekauft. Den Rest hat er behalten und beim momentanen Wechselkurs sind die Bitcoin zirka 28 Millionen US-Dollar wert.
  2. Am 22. Mai 2010 hat Computer-Programmierer Laszlo Hanyecz zwei Pizzas mit Bitcoin gekauft. Er hat dafür ungefähr 10.000 BTC springen lassen. Damals waren das umgerechnet gerade 41 US-Dollar. Beim momentanen Wechselkurs sind die Bitcoin 67 Millionen US-Dollar wert und damit sind die beiden Pizzas die teuersten, die jemals verkauft wurden. In einem Interview hat Laszlo angegeben, dass damals Bitcoin eigentlich so gut wie nichts wert waren. Er durfte sich glücklich schätzen, dass er überhaupt etwas dafür bekommen hat.
  3. Der Informatiker James Howell aus Newport hat 2009 angefangen, Bitcoin zu schürfen. Er hat über 7500 Bitcoin gesammelt und dann aufgehört. Später hat er sein Notebook auf eBay verkauft. Vorher hat er aber seine Festplatte entfernt, auf der sich sein privater Schlüssel für seine Bitcoin befand. Er hat sie in einer Schublade verwahrt und darauf gehofft, dass er die Bitcoin irgendwann zu einem höheren Preis verkaufen kann. Ein paar Jahre später gab es allerdings einen großen Frühjahrsputz und die Festplatte wurde aus Versehen weggeworfen. Bei derzeitigen Wechselkurs ist das ein Verlust von über 85 Millionen US-Dollar. James wollte eine Suchaktion auf der Müllhalde ausführen lassen. Das wäre eine komplexe und teure Aufgabe gewesen. Wegen Umweltbedenken und dem möglichen Austreten von giftigen Gasen wurde die Suchoperation allerdings nie durchgeführt.

Natürlich sind das tolle Geschichten und sie zeigen, wie viel Bitcoin im Wert gestiegen ist. Allerdings sollten interessierte Investoren immer im Hinterkopf behalten, dass Kryptowährungen sehr stark fluktuieren können. Zum Beispiel ist Bitcoin binnen der letzten 6 Monate stark gestiegen und auch wieder gefallen.

Kryptowährungen sind an sich sehr volatil. Nur weil der Wert von Bitcoin in der Vergangenheit stark gestiegen ist, muss das keine Garantie dafür sein, dass das in der Zukunft auch so weitergeht.

Unsere Empfehlung ist, dass Du nur so viel investierst, wie Du Dir leisten kannst, zu verlieren. INVESTIERE AUF KEINEN FALL Deine gesamten Ersparnisse in der Hoffnung, dass Du satte Gewinne einstreichst. Vielleicht hast Du Glück, aber das Risiko eines Verlustes ist einfach zu hoch. Sinkt der Preis plötzlich und rapide, hast Du erst einmal das Nachsehen. Du kannst die Wechselkurse von Bitcoin in unserem Bitcoin-Rechner überprüfen.

5. Ist Bitcoin legal?

Bitcoin wird immer populärer und Kryptowährungen allgemein haben die Aufmerksamkeit von Regierungen und Finanzinstitutionen auf sich gelenkt. Im Gegensatz zu Falschgeld, das ganz klar illegal ist, ist Bitcoin in den meisten Ländern legal.

Weil Bitcoin an sich aber anonym und nicht reguliert ist, haben viele Regierungen Einschränkungen implementiert. Einige befürchten, dass Bitcoin und andere Kryptowährungen dazu führen, dass die entsprechende Regierung die finanzielle Kontrolle verliert.

In den meisten Ländern gibt es keine klaren Gesetze, inwiefern man Kryptowährungen verwenden darf. Das führt zu relativ viel Verwirrung. Deswegen ist es am besten, sich mit den Gesetzen bezüglich Bitcoin im jeweiligen Land zu erkundigen. Du musst außerdem im Hinterkopf behalten, dass sich die Gesetze schnell ändern können.

In Algerien, Kolumbien, Nepal, Bangladesch und einigen anderen Ländern ist der Besitz von Bitcoin total illegal. In den USA ist Bitcoin nicht nur legal, sondern wurden von der CFTC (Commodity Futures Trading Commission) als Handelsware eingestuft. In Sachen Steuern verhält es sich dabei ähnlich wie bei andren Besitztümern.

In vielen Ländern wie zum Beispiel Indien fällt Bitcoin in eine Grauzone. Die Regierung hat die Kryptowährung nicht als illegal eingestuft, rät aber von der Benutzung ab und warnt aktiv davor.

Natürlich ist ganz klar, dass Du Bitcoin nicht benutzen solltest, um illegale Services und Waren damit zu kaufen und zu verkaufen. Als Grundregel kannst Du Dir merken: Ist eine Transaktion mit Fiat-Geld illegal, dann trifft das auch auf Bitcoin zu. Natürlich gilt das auch für alle anderen Kryptowährungen.

6. Die Schattenseite von Bitcoin

Bitcoin hat natürlich viele Vorteile, über die wir bereits ausführlich gesprochen haben. Einige Warnungen seitens der Regierungen sind nicht ganz unbegründet. 

Selbstverständlich gibt es kriminelle Elemente, die sich den Medien-Hype um Bitcoin zunutze machen und daraus Profit schlagen wollen. Zum Beispiel gibt es Kriminelle, die ein Schneeballsystem aufziehen und astronomische Gewinne versprechen. Erst nachdem das Geld verschwunden ist, finden die Leute heraus, dass sie übers Ohr gehauen wurden. Viele Regierungen haben deswegen Kampagnen gestartet, die aufklären sollen. Sie raten Menschen, vorsichtig zu sein und mit Bedacht zu investieren.

Es gibt auch noch andere Möglichkeiten, wie Kryptowährungen missbraucht werden:

  1. Wegen der Anonymität und weil sich Bitcoin so einfach transferieren lässt, haben terroristische Gruppen versucht, über soziale Medien Mittel zu sammeln. Sie haben dort ihre Bitcoin-Adressen verteilt. Das war in der Vergangenheit zwar nicht sehr erfolgreich, aber es gibt auch keine Garantie, dass es irgendwann nicht doch klappt. Man muss aber auch sagen, dass die Anonymität nur im Blockchain-Netzwerk gilt. Sobald Du Bitcoin in eine andere Währung umtauschen möchtest, lässt sich Deine Identität und die Transaktion über die IP-Adresse verfolgen. Weil jede Transaktion in der Blockchain öffentlich ist, kann man Bewegung der Mittel relativ einfach nachvollziehen.
  2. Am 12. Mai 2017 gab es einen Großangriff mit einer Ransomware, die sich Wannacry nennt. Weltweit waren Computer davon betroffen. Die Malware hat die Kontrolle über die Computer der Opfer übernommen und hat kurz gesagt versucht, die Anwender zu erpressen. Natürlich ist ein Angriff über eine Ransomware nicht neu, aber es war der erste Großangriff, der das Lösegeld in Bitcoin wollte. Dieser Vorfall hat natürlich am Ruf von Bitcoin genagt. Weitere Informationen über Ransomware und Malware findest Du in diesem Beitrag.
  3. Es gibt viel Online-Betrug und viele Leute haben Bitcoin verloren oder sie wurden ihnen gestohlen. Typische Online-Banken haben mehrere Schutzschichten. Dazu gehören Passwort, Zweifaktor-Authentifizierung, OTP und so weiter. Bei Bitcoin musst Du aber nur in den Beistz eines privaten Schlüssels gelangen und danach kannst Du die Wallet eines Anwenders komplett leeren. Betrüger stehlen solche Schlüssel von den Computern der Anwender mit sogenannten Keyloggern, Trojanern und Phishing-Angriffen. Deswegen musst Du Deine Bitcoin Wallet aufmerksam schützen. Bei echtem Geld würdest Du ebenfalls gut aufpassen. Ein weiterer Betrug ist, dass manche Online-Verkäufer Produkte mit einem sehr hohen Rabatt anbieten, aber nur Bitcoin als Zahlung akzeptieren. Sobald der Käufer zahlt, schickt der Verkäufer ein qualitativ minderwertiges Produkt und im schlimmsten Fall gar nichts. Da sich Bezahlungen mit Bitcoin nicht rückgängig machen lassen, stehst Du mit leeren Händen da.
  4. Bei einem anderen Betrug ist ein ICO involviert. Weil der Markt der Kryptowährungen nicht reguliert ist, starten einige Leute Blockchain-Projekte mit betrügerischen Absichten. Sie versprechen komplett neue Innovation und überzeugen Investoren, einzusteigen. Sie entwickeln aber nicht wirklich ein Projekt, sondern sagen einfach nach einer gewissen Zeit, dass es nicht geklappt hat. Das bereits investierte Geld behalten sie aber. Weil man so einfach Insolvenz anmelden kann und ein Investment immer mit einem gewissen Risiko behaftet ist, können die Investoren nicht wirklich viel machen und das Geld ist weg. Es gibt auch viele legitime ICOs. Es ist aber nicht leicht, zwischen betrügerischen und guten zu unterscheiden. Möchtest Du in ein neues Blockchain-Projekt investieren, dann solltest Du Dich unbedingt im Vorfeld ausreichend informieren und Recherche betreiben.

7. Weitere Implementierungen für die Blockchain

Bitcoin war der Vorreiter und bleibt auch weiterhin die populärste Implementierung der Blockchain. Seitdem haben Menschen das System aber auch für andere Projekte verwendet.

A. Kryptowährungen

Menschen haben die Blockchain benutzt und weitere Varianten von Bitcoin zu erschaffen. Sie werben oftmals mit Sprüchen, dass sie das bessere oder fortschrittlichere Bitcoin sind. Sie sind unter dem Begriff Altcoins bekannt. Zu den angesprochenen Altcoins gehören:

  1. Litecoin: Litecoin wurde im Jahre 2011 gestartet und unterscheidet sich vom Bitcoin-System nur geringfügig. Ein Unterschied ist, dass die Generierung von Blocks weniger Zeit in Anspruch nimmt. Vergleichen mit den 10 Minuten, die es bei Bitcoin dauert, wird bei Litecoin alle 2,5 Minuten ein Block erschaffen. Das bedeutet, dass Transaktionen schneller verifiziert sind. Ein weiterer Unterschied ist der verwendete Hashing-Algorithmus. Bitcoin benutzt SHA256 für den Proof-of-Work-Algorithmus und Litcoin setzt auf scrypt. Eine Funktion vpn scrypt ist es, dass es schwieriger ist, optimierte CPU- oder GPU-Hardware herzustellen, die das jeweilige Rätsel schneller lösen. Somit ist das System für die Schürfer fairer. Allerdings gibt es heutzutage auch ASICS, mit denen sich Litecoin schürfen lässt.
  2. Zcash: Zcash ist noch relativ jung und wurde 2016 gestartet. Wie Bitcoin gibt es auch hier sichere Transaktionen über ein verteiltes Konto. Allerdings benutzt Zcash einen anderen Proof-of-Work-Algorithmus als Bitcoin. Er nennt sich zk-SNARK. Weiterhin ist der Datenschutz anders geregelt. Im Bitcoin-System sind Sender, Empfänger und der Betrag komplett öffentlich. Bei Zcash können diese Informationen privat und geschützt bleiben. Ende 2017 hatte Zcash bereits den Marktwert von 1 Milliarde überschritten.
  3. Dogecoin: Dogecoin war ursprünglich als Witz gedacht, um auf den Krypto-Wahnsinn zu reagieren. Das Logo ist eine Coin mit dem Gesicht eines Hundes, der aus dem Internet bekannt ist. Es ist eine komplette Replik von Bitcoin und bietet weder einen Unterschied noch eine Verbesserung. Das ist der Fall, weil die Entwickler nicht wollten, dass man das Projekt ernst nimmt. Anfangs war der Wert der Münze sehr gering. Allerdings stieg der Wert immer mehr und plötzlich haben sich ernsthafte Investoren dafür interessiert. Kürzlich erreichte das Projekt einen Marktwert von 2 Milliarden US-Dollar. Die Schöpfer haben sich aus dem Projekt zurückgezogen, weil es zu etwas geworden ist, das es eigentlich veralbern wollte. Der Wert ist aber auch wieder beträchtlich gesunken, als Ryan Kennedy, der Besitzer einer Dogecoin-Börse mit Namen Moolah, wegen Betrugs verhaftet wurde. Allerdings hat sich der Wert seit Januar 2018 wieder erholt.

B. Implementierungen, die keine Währung sind

Wie bereits erwähnt, lässt sich die Blockchain nicht nur für Währungen, sondern auch für andere Dinge einsetzen. Es gibt viele neuartige Ideen, die das Potenzial haben, mehrere Milliarden US-Dollar wert zu sein.

  1. Ethereum: Ethereum ist für Anwendungen, was Bitcoin für die Währungen ist. Es bietet eine Infrastruktur für Apps, die ohne einen zentralen Server laufen. Wie Bitcoin sind auch hier Nodes notwendig, die im Internet verteilt sind. In diesem Fall stellen die Nodes die notwendigen CPUs zur Verfügung, damit eine App laufen kann. Um Missbrauch zu vermeiden und qualitativ schlechte Apps abzuschrecken, müssen die Anwendung eine Währung bezahlen, die sich Ether nennt. Der Code im Ethereum-Netzwerk wird von einer Software betrieben, die Ethereum Virtual Machine heißt. Entwickler benutzen sogenannte Smart Contracts und programmieren Anwendungen, die immer dann ausgeführt werden, wenn bestimmte Konditionen eintreffen. Zum Beispiel könnte ein Smart Contract ein Produkt automatisch ausliefern, sobald eine Bezahlung eingegangen ist. Ethereum Apps nennen sich DAPs (Decentralized Applications) und es gibt bereits mehrere hundert davon. Beispiele sind Apps, die sich mit digitalen Signaturen beschäftigen, die Voraussagen treffen wollen, für das Management von elektrischen Autos und für Online-Glücksspiel.
  2. Ripple: Bitcoin ist für die Öffentlichkeit gemacht und Ripple richtet sich an Banken und Netzwerke für Bezahlungen. Derzeit benutzen Banken das Protokoll SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) und dabei sind immer Mittelsleute notwendig. Deswegen und wegen der Fluktuation bei den Wechselkursen werden Transaktionen oftmals verzögert. Ripple ermöglicht es Finanzhäusern, dass sie Mittel sofort, also in Echtzeit übertragen können und die Kosten dafür sind relativ gering. Auch wenn es noch nicht offiziell eingeführt ist, haben vielen Banken aber schon angefangen, mit Ripple zu experimentieren. Ein wichtiger Unterschied zwischen Ripple und Bitcoin ist, dass nicht jeder daran teilnehmen und sich dem Netzwerk anschließen kann. Die Computer müssen sich identifizieren und brauchen auch eine Erlaubnis, um Teil des Netzwerks zu werden. In diesem Sinne ist die ganze Sache nicht wirklich dezentralisiert oder öffentlich.

Wie wir gesehen haben, gibt es bei Bitcoin auch eine negative Seite und sie muss adressiert werden. Allerdings sollten wir das System auch nicht gleich verteufeln. Die Blockchain ist eine echte Innovation und damit lassen sich diverse Probleme lösen. Es liegt an uns, die Technologie mit Bedacht einzusetzen.

 

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