Der ultimative Leitfaden zum Thema digitales Ableben (und wie Du Dich darauf vorbereitest)

digital death

Ich dachte schon, Du wärst gestorben.

Das war es, was meine langjährige Gaming-Buddy Marvin mich fragte, nachdem ich mich nach langer Abstinenz wieder in meinen Gaming-Account einloggte. Nachdem ich kurz über die Bemerkung geschmunzelt und ihn über den Grund meiner Anwesenheit aufgeklärt hatte, ging ich noch einmal in mich und fragte mich: Was, wenn ich tatsächlich gestorben wäre?

Und plötzlich wurde mir eines bewusst: Ich bin überhaupt nicht auf meinen digitalen Tod vorbereitet. Ich wäre für immer fort und niemand könnte meine Profile in sozialen Netzwerken schließen und all meine anderen digitalen Fußabdrücke entfernen, weil ich nicht die erforderlichen Vorbereitungen getroffen habe.

Schlimmer noch: Meine Online-Bekanntschaften würden nicht wissen, was mit mir passiert ist. Sie würden wahrscheinlich denken, ich hätte mich einfach zurückgezogen und alle vergessen. Bei dieser Erkenntnis fühlte ich mich unwohl. Dies wäre nicht die Art, wie ich mich von all diesen Menschen verabschieden wöllte.

Auf der anderen Seite eines solchen Abschieds zu sein, ist nicht einfach. Bist Du jemals auf das Social-Media-Profil eines anscheinend verschwundenen Freundes gestoßen? Es gibt keine Abschiedsnachrichten, keine Aktivität in seiner Timeline und keine Antworten auf Deine Nachrichten.

Man fragt sich instinktiv, was passiert ist – hat derjenige sein Profil einfach aufgegeben, ohne es zu löschen oder war es etwas vorgefallen?

Sicherlich fragst Du Dich jetzt, was Du eigentlich tun könntest, um Dich auf dieses unangenehme Ereignis vorzubereiten. Da gibt es einige Möglichkeiten.

Wenn Sie im Internet viele gute Freunde gefunden hast – oder einfach nur nicht möchtest, dass Dein wertvolles digitales Vermächtnis nach Deinem Tod für immer verloren geht – ist dieser Leitfaden genau das Richtige für Dich. Niemand beschäftigt sich gern mit dem Thema Tod. Wenn man jedoch offen darüber spricht und sich entsprechend vorbereitet, kann man den Menschen in seinem Umfeld Sorgen und Ungewissheit ersparen.

Lass uns ins Detail gehen.

Wir sehen tote Menschen – und das stellt uns vor Probleme

Obwohl der Begriff des digitalen Ablebens relativ neu ist, ist seine unangenehme Präsenz bereits deutlich im Internet zu spüren.

Auf Social-Media-Plattformen wird man sicherlich am häufigsten damit konfrontiert, und so verrückt wie das auch klingen mag, so könnten die Geisterprofile toter Nutzer innerhalb weniger Jahrzehnte die Anzahl der aktiven Konten übersteigen.

Allein Facebook hatte bis 2012 schon 30 Millionen tote Nutzer. Diese Zahl wird in den kommenden Jahren voraussichtlich schneller zunehmen.

Wenn man nun noch die anderen Social-Media-Plattformen mit Hunderten von Millionen Nutzern berücksichtigt, muss man mittlerweile unweigerlich von riesigen „Social-Media-Friedhöfen“ ausgehen.

Tortzdem beschäftigen sich die wenigsten Menschen mit ihrem digitalen Ableben. Laut einer von der Digital Legacy Association vorgenommenen Umfrage, haben 80% der Befragten sich keinerlei gedanken Gemacht, was mit ihren Social-Media-Profilen und ihren digitalen Konten nach ihrem Tot geschehen wird.

Der digitale Tod wird von Jahr zu Jahr ein immer größeres Thema, aber diejenigen, die in ihren Profilen die notwendigen Einstellungen für dieses Ereignis vorgenommen haben, bleiben weiterhin in der Minderheit. Nur wenige dokumentieren überhaupt, wie mit ihrem digitalen Nachlass zu verfahren ist. Auf die Frage, ob sie ein „Social-Media-Testament“ erstellt haben, antworteten fast 96% der Teilnehmer mit „Nein“.

Es kommt immer häufiger vor, dass wir von Facebook, LinkedIn oder Google eine Erinnerung zum Geburtstag oder Arbeitsjubiläum eines Freundes erhalten, der schon nicht mehr lebt.

In einigen Fällen weißt Du vielleicht nicht einmal, dass diese Person gestorben ist. Dies kann zu unangenehmen Situationen und zusätzlichem Leid für trauernde Freunde oder Verwandte führen.

Wie sieht es mit digitalen Vermögenswerten aus?

Digitale Vermögenswerte und digitaler Besitzt können sowohl einen sentimentalen als auch einen monetären Wert haben, was allgemein bsher auch kaum Beachtung findet. Nur 2,3% der Umfrageteilnehmer gaben an, Pläne für die Handhabung ihrer digitalen Vermögenswerte nach ihrem Ableben gemacht zu haben.

Wenn Du Deinen digitalen Nachlass nicht im Voraus organisiert hast, kann es für Deine Familie und Freunde ein großes Problem darstellen, Deine Online-Accounts aufzulösen oder – wenn gewünscht – weiterzuführen.

Wenn sie nicht über die Kennwörter oder Entschlüsselungsschlüssel verfügen, ist der Zugriff auf Computer, Festplatten, Telefone usw. ihnen möglicherweise nicht möglich.

Wie sollen sie – ohne Deine ausdrückliche Zustimmung – auch wissen, dass sie auf Deine digitalen Assets zuzugreifen dürfen, selbst wenn sie sich eigentlich sicher sind, dass Du es begrüßen würdest, wenn sie sich um Deinen digitalen Nachlass kümmern?

Digitales Ableben: Lass uns darüber reden

Dein digitaler Nachlass sollte kein Tabu-Thema sein. Grundsätzlich können sich viele mit dem Gedanken anfreunden, dass auf ihren Social-Media-Konten über ihren Tod informiert wird und diese zu einer Art digitaler Gedenkstätte umfunktioniert werden.

Viele Menschen finden auch Trost und Frieden darin, Profile von verstorbenen Freunden und Verwandten zu besuchen, um zu trauern, sich zu erinnern oder ihre letzte Ehre zu erweisen.

Die größte Herausforderung besteht darin, sich der Tatsache bewusst zu sein, dass Vorbereitungen getroffen werden müssen, bevor es zu spät ist. Andernfalls wird sich nach Deinem Ableben niemand um Deine digitale Identität und Deinen digitalen Nachlass kümmern können.

In diesem stellen wir alle wichtigen Informationen zur Regelung des digitalen Nachlasses zur Verfügung und bieten zahlreiche Ratschläge und Anweisungen, wie Du Dein digitales Leben nach dem Tod organisieren und somit Deinen Hinterbliebenen sehr helfen kannst.

Wir werden die wichtigsten Aspekte Deines digitalen Daseins aufgreifen und erläutern, welche Maßnahmen Du konkret ergreifen kannst.

Digitales Leben und digitaler Tod – Dein digitales Vermächtnis nach Deinem Ableben

Was sollten die ersten Schritte sein?

Fange mit den grundlegenden Dingen an.

Wenn Du viel Zeit im Internet verbringst, verfügst Du wahrscheinlich über eine Vielzahl von verschiedenen Nutzerkonten und Vermögenswerte, von denen Du Dir einiger möglicherweise kaum noch bewusst bist. Online-Banking, soziale Medien, Cloud-Speicher, Kryptowährungs-Wallets, gekaufte digitale Inhalte und E-Mail-Konten sind nur einige Beispiele.

Sobald du stirbst, bist du aus der realen Welt verschwunden – aber im Internet weiterhin existent. Die meisten dieser „digitalen Spiegel“ von Dir bleiben aktiv, als wäre nichts passiert.

Damit die Profile aktualisiert (oder deaktiviert) werden können, musst Du wissen, wie viel Kontrolle Du hast und wie die einzelnen Plattformen im Todesfall mit Deinen Konten verfahren.

Das ist leichter gesagt als getan. Das Hauptproblem hierbei ist, dass es keine einheitlichen Richtlinien gibt. Online-Plattformen behandeln den Tod eines Kontoinhabers auf unterschiedliche Art und Weise.

Da es sich um ein ziemlich sensibles Thema handelt, wird damit auch nicht besonders offensiv umgegangen. Meist musst Du Dich eingehend mit den Nutzungsbedingungen befassen, um zu den entsprechenden Hinweisen zu gelangen. Bei einigen Anbietern müssen Deine Hinterbliebenen den Support kontaktieren und einen Befugnis-Nachweis erbringen, um Zugang zu Deinem Konto zu erlangen oder dieses stilllegen zu lassen.

Aber es geht noch weiter: In den meisten Fällen ist der Nutzer eigentlich überhaupt nicht der Herr über seine eigenen Daten. In den Nutzungsbedingungen und Abonnentenvereinbarungen wird in einer oft absichtlich verwirrenden Sprache festgelegt, dass alle Inhalte Eigentum des Plattform-Anbieters sind.

Die von dir geschriebenen Beiträge, die von dir hochgeladenen Fotos und die von dir gekauften Songs gehören möglicherweise gar nicht Dir. Nur wenige Nutzer sind sich dieser Tatsache vollumfänglich bewusst. Aber es ist tatsächlich so, denn immerhin hast Du selbst den Bedingungen zugestimmt.

Nun stellen wir uns mal vor, Du hättest Konten bei Google, Facebook und Twitter. Dies sind drei der beliebtesten Online-Plattformen, und jede von ihnen verfolgt einen anderen Ansatz.

Was passiert mit Deinen Social-Media-Konten nach Deinem Ableben?

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Google

Google gehört zu den Anbietern, die am besten mit dem Thema Account-Stilllegung umgehen – egal ob aus eigenen Stücken oder aufgrund eines Todesfalls.

Ihre Seite zur Verwaltung inaktiver Konten ermöglicht es Dir, festzulegen, was mit Deinem Konto passieren soll und wer darauf zugreifen darf, wenn es nicht mehr genutzt wird.

Zunächst musst Du festlegen, wie viel Zeit ohne Anmeldung vergehen soll, bevor Du von Google als inaktiver Nutzer eingestuft wirst.

Anschließend kannst Du Sie bis zu 10 Zugriffsberechtigte für Dein Konto auswählen. Dies sind diejenigen, die benachrichtigt werden, sobald Dein Konto deaktiviert wird. Du kannst auch schon eine Benachrichtigung für diese Kontaktpersonen verfassen, in der Du Dich von ihnen verabschiedest und ihnen mitteilst, wie mit Deinem Konto verfahren werden soll.

Außerdem kannst Du ganz genau festlegen, was Du diesen Personen tatsächlich offenlegen möchtest. Du kannst ihnen entweder uneingeschränkten Zugriff auf alle Deine Google-Konten und – Dienste einräumen oder den Zugriff auf bestimmte Konten/Dienste einschränken.

Natürlich kannst Du Dein Konto auch einfach nur komplett löschen lassen, nachdem es deaktiviert wurde.

Facebook

Ihr Facebook-Account kann nach Deinem Tod entweder in den „Gedenkzustand“ versetzt oder endgültig gelöscht werden.

In einem Facebook-Profil im Gedenkzustand bleiben alle Inhalte (Fotos, Beiträge usw.) erhalten. Das Profil wird aber nicht mehr als Freundschaftsvorschlag oder in Werbeanzeigen angezeigt. Auch die Geburtstagsbenachrichtigungen sind deaktiviert und vor dem Namen des ehemaligen Nutzers werden die Worte „In Erinnerung an“ angezeigt.

Wenn Du Deinem Konto einen Nachlasskontakt zugewiesen hast, kann diese Person einen Beitrag verfassen, der anschließend für immer ganz oben in Deinem Profil angezeigt wird. Die Person kann auch andere Änderungen an Deinem Profilfoto vornehmen und – abhängig von Deinen Datenschutzeinstellungen – eine Kopie Deiner Inhalte herunterladen.

Im Gegensatz zu Google kann Dein Nachlasskontakt aber niemals uneingeschränkt auf Dein Konto zugreifen, da Facebook die gemeinsame Nutzung von Konten verbietet.

Grundsätzlich wird ein Facebook-Account erst nach einer gültigen Anfrage eines verifizierten Verwandten der verstorbenen Person in den Gedenkzustand versetzt. Es kann auch gelöscht werden. Das Konto kann auf Wunsch auch gelöscht werden.

Auch Facebook-Seiten, deren einziger Besitzer verstorben ist, werden gelöscht, nachdem der Support über das Ableben informiert wurde.

Twitter

Twitter bietet Dir keine Möglichkeit, die weitere Nutzung Deines Profils nach Deinem Tod im Voraus zu planen. Sie bieten auch keine Gedenkkonten. Deine Hinterbliebenen haben aber trotzdem einige Möglichkeiten, die Dinge nach Deinem Ableben zu regeln.

Wenn der Anbieter über das Ableben eines Twitter-Benutzers informiert wird, können “Personen, die befugt sind, im Namen des Verstorbenen diese Entscheidung zu treffen, oder dessen unmittelbare Familienmitglieder” eine Deaktivierung des Kontos beantragen.

Hierzu sind allerdings einige Nachweise sind erforderlich: eine Kopie des Personalausweises, Angaben zur verstorbenen Person und eine Sterbeurkunde. Obwohl man sich schon aufgrund der unerfreulichen Situation erhoffen würde, dass ein solcher Vorgang einfacher abzuwickeln wäre, ist es letztlich eine normale und notwendige Maßnahme, um Missbrauch zu verhindern.

Twitter deaktiviert Konten auf Anfrage auch dann, wenn der Eigentümer aus anderen Gründen nicht mehr dazu in der Lage ist. In solchen Fällen wird neben einer Kopie des Ausweises des Kontoinhabers auch eine gültige Vollmacht benötigt. Twitter behauptet, dass alle sensiblen Informationen, die für den Nachweis erforderlich sind, vertraulich behandelt und nach Überprüfung gelöscht werden.

Andere Plattformen

Wie Du siehst, behandeln die größten Social-Media-Giganten die Konten verstorbener Nutzer auf völlig unterschiedliche Art und Weise. Hier nun noch ein paar Infos zu einigen anderen wichtigen Plattformen:

  • Instagram gehört zu Facebook. Trotzdem erhalten Deine bei Facebook festgelegten Nachlasskontakte keinen Zugriff auf Dein Instagram-Profil.
    Um einen Instagram-Account in den Gedenkzustand zu versetzen, muss der Support kontaktiert werden. In diesem Fall ist eine Sterbeurkunde und ein Nachweis darüber, dass es sich um den rechtmäßigen Vertreter der verstorbenen Person handelt, erforderlich. Auf Wunsch kann das Konto auch gelöscht werden.
  • LinkedIn bietet ein einfaches Kontaktformular, über das die Löschzung von Profilen verstorbener Nutzer beantragt werden kann.
    In Zukunft wird es möglicherweise eine ähnliche Funktion wie bei Facebook geben, mit welcher der Nutzer Nachlasskontakte angeben kann.
    Bei der Formularanfrage musst Du einige Informationen über die verstorbene Person angeben, z.B. den Namen, das Profil und in welcher Beziehung ihr zueinander standet.
  • iTunes gibt kaum Auskünfte darüber, wie mit Konten verstorbener Nutzer umgegangen wird. Sie geben zumindest an, dass die Lizenz nicht übertragen werden kann. Mit anderen Worten: iTunes-Käufe sind eigentlich lediglich „gemietet“ und können nicht an überlebende Verwandte weitergegeben werden.
    Da die gemeinsame Nutzung von Konten einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen von iTunes darstellt, geht die Musikbibliothek eines Verstorbenen technisch betrachtet nach dessen Tod verloren – unabhängig vom finanziellen oder sentimentalen Wert.
  • PayPal –Konten verstorbener Nutzer können von Verwandten und autorisierten Nutzer geschlossen werden, indem diese den Support kontaktieren. Derjenige muss Kopien seines Lichtbildausweises und des Testaments (oder anderer gesetzlicher Unterlagen, die Informationen über den Verstorbenen enthalten) vorlegen.
    Ein Nachweis über das Ableben des ursprünglichen Kontoinhabers (Sterbeurkunde) ist ebenfalls erforderlich. Sobald alle Nachweise erbracht wurden, wird das betreffende Konto geschlossen und das Geld überwiesen.
  • Bei Kryptowährungs-Wallets hängt die Vorgehensweise auch wieder vom jeweiligen Anbieter ab. Die meisten erfordern lediglich eine erfolgreiche Authentifizierung. Es ist Sache des Kontoinhabers, sicherzustellen, dass seine Nachkommen mit den erforderlichen Schlüsseln und Kennwörtern ausgestattet sind. Dies kann man beispielsweise erreichen, indem man diese Anmeldeinformationen mit in sein Testament aufnimmt.
    Man kann dafür aber auch einen externen Dienstleister nutzen oder das Wallet so einrichten, dass ein gemeinsamer Zugriff möglich ist (wie beispielsweise mit der Multisignatur-Option von Bitcoin).
  • Auf die Dropbox-Dateien verstorbener Nutzer kann über den dedizierten Dropbox-Ordner auf dem Computer der Person zugegriffen werden. Wenn diese Möglichkeit nicht besteht, kann man Dropbox direkt um Unterstützung bitten.
    Sei aber darauf vorbereitet, den Nachweis zu erbringen, dass die betreffende Person tot ist und Du gesetzlich berechtigt bist, auf dessen Dateien zuzugreifen. Auch andere allgemeine Informationen, wie Dein Name, Deine Adresse, Dein Ausweis und relevante Gerichtsbeschlüsse, können abgefragt werden.
  • Steam behandelt Anfragen, die sich auf einen verstorbenen Benutzer beziehen, von Fall zu Fall anders. Es wird daher empfohlen, sich direkt an den Support zu wenden, um die Situation zu lösen.
    Leider ändern sie fast in keinem Fall den Login-Namen eines Kontos, was insbesondere für diejenigen, die sich lange mit dem Verstorbenen einen Account geteilt haben und sich nun täglich mit dessen Namen einloggen müssen, schwierig ist.
    In einem solchen Fall kann man aber zumindest die Funktion „Familienfreigabe“ nutzen, um von anderen Konten aus Zugriff auf die Spielbibliothek des Verstorbenen zu erlangen.
  • Snapchat und Tumblr löschen die Konten von verstorbenen Nutzern, sobald dies von einem verifizierten Familienmitglied gewünscht wird. Auch hier wird im Normalfall die Vorlage einer Sterbeurkunde als Nachweis verlangt.
  • Microsoft, Yahoo, AOL und viele weitere Anbieter gehen einen ähnlichen Weg. Das Konto einer verstorbenen Person kann gelöscht werden, sobald nachgewiesen wurde, dass die Anfrage gültig ist.

Warum Die Planung Deines digitalen Ablebens so schwierig ist

Inzwischen hast Du sicherlich erkannt, dass es eine große Herausforderung ist, sich auf den verschiedenen Online-Plattformen nach deren Richtlinien zu erkundigen und die notwendigen Schritte einzuleiten.

Und du hättest recht.

Neben den emotionalen Schwierigkeiten, die eine solche Planung mit sich bringt, ist diese Aufgabe auch extrem zeitaufwändig, da die Vorgehensweise so unterschiedlich sind.

Du solltest Dich aber fragen: Wäre das alles auch so schwer, wenn Du nur einen Social-Media-Account hättest? Und wäre die Planung Deines digitalen Ablebens ein solch großes Problem, wenn Du alle benötigten Informationen und eine Liste Deiner digitalen Vermögenswerte hättest?

Allein der Umstand, dass es so viele unterschiedliche Richtlinien und Vorgehensweisen gibt, verursacht schon viel Arbeit, aber es gibt noch zwei weitere, entscheidende Faktoren, weshalb es so schwierig ist, die Handhabung Deiner digitalen Besitztümer ordentlich voraus zu planen:

  • Die Gesetzgebung steckt beim Thema “digitales Ableben” noch in den Kinderschuhen.
    Vor drei Jahrzehnten war an so etwas wie eine Planung für den eigenen digitalen Tod überhaupt noch nicht zu denken, aber die Technologie entwickelt sich schnell, dass die Gesetzgebung oft nicht mithalten kann.
    Selbst in den USA haben derzeit mehr als 30 Staaten noch keinerlei Gesetze zum digialen Ableben und der Verwaltung der digitalen Vermögenswerte von Verstorbenen verabschiedet.
    Für viele andere Länder der Welt gilt dasselbe. Der Mangel an geltendem Recht führt dazu, dass die Unternehmen die Dinge so handhaben, wie es ihnen beliebt.
    Obwohl in den letzten zehn Jahren große Fortschritte erzielt wurden, ist der digitale Tod immer noch ein neues und relativ unbekanntes Thema, und der allgemeine Mangel an Rechtsvorschriften ist ein Hauptgrund dafür.
  • Du hast Unmengen an digitalen Vermögenswerten – und das ist ok.
    Heutzutage ist es üblich, mindestens drei Geräte zu besitzen und regelmäßig zu verwenden – einen Computer, ein Tablet und ein Smartphone – und auf jedem davon werden wahrscheinlich gewisse Dinge von Dir gespeichert sein.
    Egal, ob es sich um Fotos, Videos, Dokumente, Spiele oder Konten jeglicher Art handelt, diese Fragmente Deines Lebens befinden sich auf Deiner Festplatte oder im Internet. Und wo es digitale Vermögenswerte gibt, gibt es auch Passwörter. Wie viele davon hast Du aufgeschrieben und wie viele hast Du inzwischen sogar vergessen?
    Wenn Du nicht alle erforderlichen Daten irgendwo sicher verwaltet und organisiert hast, wirst Du einen enormen Aufwand betreiben müssen, wenn Du Dich entscheidest, Vorbereitungen für Dein digitales Ableben zu treffen.
    Es scheint nicht nur eine Menge Arbeit zu sein – es ist eine Menge Arbeit. Und das ist auch der Grund, warum viele schon aufgeben, bevor sie überhaupt angefangen haben.

Obwohl die Regelung Deines digitalen Nachlasses frustrierend und langwierig sein kann, kannst Du damit Deinen Hinterbliebenen einen großen Dienst erweisen. Diese werden Dich zwar dabei unterstützen, Dir die Arbeit aber nicht abnehmen können.

Lass dich nicht entmutigen! Mit einem soliden Plan und der richtigen Einstellung geht alles viel leichter von der Hand.

Atme tief ein und fokussiere Dich. Es fühlt sich gut an, wenn man seinen digitalen Nachlass geregelt hat.

Das digitale Leben nach Deinen Tod planen

Jeder gute Plan folgt einem klaren Zweck. Es gibt bei der Vorbereitung auf das eigene digitale Ableben vier Hauptaspekte:

1. Beschäftige Dich jetzt mit Deinem digitalen Nachlass, damit es andere später einfacher haben.

Es gibt einen wichtigen Beweggrund für die Planung Deines digitalen Todes: Ordnung in all Deine digitalen Assets zu bringen und sicherzustellen, dass die von Dir ausgewählten Freunde und / oder Verwandten über alle nötigen Mittel verfügen, auf die in Deinen Augen wichtigen Konten zuzugreifen.

Wenn Du über eine große Sammlung von Online-Vermögenswerten von hohem finanziellen oder ideellen Wert verfügst, möchtest Du natürlich, dass diese auch Deinen Nachkommen zur Verfügung stehen.

Wenn Du eine geordnete und aktuelle Liste Deiner Internet-Konten führst, brauchst Du Dir um Deinen digitalen Nachlass keine Sorgen zu machen. Deine Nachkommen werden es wesentlich leichter haben, Deine Internetpräsenzen in eine unsterbliche Erinnerung an Dich umzuwandeln.

2. Übernimm die Kontrolle darüber, was mit Deinem digitalen Besitz nach Deinem Tod geschieht.

In vielen Fällen ist der digitale Nachlass einer Person nach deren Tod nicht mehr zugänglich.

Manchmal ist dies der bewussten Entscheidung der Person geschuldet, alles so zu belassen, wie es war. In der Regel ist es jedoch auf mangelnde Vorbereitung zurückzuführen und verursacht unnötigen Aufwand.

Wenn Du nicht möchtest, dass Dein digitaler Fußabdruck für immer verloren geht, musst Du Dich darum kümmern, solange Du es noch kannst. Es liegt in Deiner Hand, was damit passiert – und wenn Du die Anstrengungen einer guten Vorausplanung nicht scheust, kannst Du Dich darauf verlassen, dass Dein digitaler Nachlass entsprechend Deiner klaren Anweisungen und Wünsche verwaltet wird.

3. Hilf Deiner Familie.

Ein Familienmitglied zu verlieren ist immer eine traumatische und schmerzhafte Erfahrung. Noch stressiger wird es, wenn man sich ohne klare Instruktionen um eine Reihe von Geräten und Onlinekonten des Verstorbenen kümmern muss.

Wenn sie während des intensiven Trauerprozesses auch noch herausfinden müssen, wie sie auf Deine Konten und Inhalte zugreifen können, kann dies eine enorme Belastung für Deine Familie sein. Bei der Planung Deines digitalen Nachlasses geht es also keineswegs nur um Dich selbst, sondern auch um Deine Nachkommen.

Mit einer guten Vorausplanung und Organisation ersparst Du ihnen in dieser schwierigen Zeit eine Menge Ärger.

4. Hilf Deinen Kollegen und Geschäftspartnern.

Wenn Dein täglicher Job in erheblichem Maße mit der digitalen Welt verbunden ist, musst Du Dich auch in diesem Bereich auf das Schlimmste vorbereiten. Du musst sicherstellen, dass Deine Mitarbeiter/Kollegen problemlos auf alle Dokumente zugreifen können, die für das Unternehmen wichtig sind.

Aufgrund der kaum vorhandenen Gesetzgebung zum digitalen Ableben und der sich ständig ändernden Rechtslandschaft wirst Du dafür eventuell sogar professionelle Hilfe benötigen.

Die Beauftragung eines Spezialisten auf diesem Gebiet und die angemessene Vorbereitung auf Deinen jederzeit möglichen Tod, kommen letztendlich sowohl Dir als auch Deinen Kollegen und Geschäftspartnern zugute.

Dein Digitales Ableben vorbereiten

Jeder der vier oben genannten Gründe ist entscheidend für einen durchdachten, umfassenden Plan. Abhängig von Deiner Situation hat einer der Gründe möglicherweise eine höhere Priorität als die anderen Gründe.

Mit diesen Kernaspekten der Planung des digitalen Ablebens hast Du eine bessere Vorstellung davon, was Du organisieren musst und wie Du es auf einfache und verständliche Weise bereitstellen kannst. Hier nun die konkreten Schritte, die Du vornehmen musst, um Deinen digitalen Nachlass vorab zu regeln.

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1. Identifiziere und ordne Deine digitalen Assets

Der erste Schritt bei der Organisation Deines digitalen Nachlasses ist auch der größte und wichtigste.

Wenn Du ein gut organisierter Mensch bist, wird er Dir nicht viel Mühe bereiten. Wenn Du jedoch kaum einen Überblick über Deine digitalen Konten und Vermögenswerte hast, kann sich das Identifizieren und Ordnen dieser als ein gewaltiges Unterfangen erweisen. Aber keine Panik – das wird sich bald ändern.

Lege eine Inventarliste an

Diese sollte Online-Banking-Konten, Passwörter, Social-Media-Accounts, digitale Geräte, Dokumente und alles, was Du sonst noch für wichtig hältst, umfassen. Mach Dir vorerst noch keine Gedanken über Details – dies soll nur ein Überblick über Deine wertvollen digitalen Besitztümer sein.

Wir empfehlen, dies auf die altmodische Weise zu tun: mit Stift und Papier. Wenn Du nicht absolut sicher sein kannst, dass das Gerät, auf dem Du die Notizen speichern möchtest, ausreichend geschützt ist, solltest Du an dieser Stelle kein Risiko eingehen. Im weiteren Verlauf werden wir auf das Thema Sicherheit noch konkreter eingehen.

Du willst nicht alles auf einer Liste zusammenfassen? Du kannst natürlich auch getrennte Listen für geschäftsbezogene und private Dinge erstellen.

Denke daran: Wenn Du über viele digitale Assets verfügst, wird die Liste so oder so sehr lang – egal, ob Du ein Gesamtinventar aufstellst oder mehrere Listen in Kategorien unterteilst. Letzteres kann später sehr nützlich sein, wenn Du festlegst, welche Person Zugriff auf welche Informationen erhält.

Informiere Dich

Nachdem Du eine ungefähre Vorstellung davon hast, was vorbereitet werden muss, solltest Du Dich mit den geltenden Richtlinien zum Thema Vererbung auf den relevanten Social-Media-Plattformen vertraut machen.

Zu Beginn des Leitfadens haben wir erläutert, wie die beliebtesten sozialen Netzwerke mit Konten verstorbener Benutzer umgehen. An dieser Stelle möchten wir noch ein bisschen tiefer gehen und betrachten, was Du selbst über die Hinterlegung von Nachlasskontakten hinaus tun kannst.

Wusstest Du zum Beispiel, dass Du jederzeit und kostenlos eine Kopie Deiner Facebook-Daten herunterladen kannst? Gehe dazu einfach zu den Einstellungen und klicke auf den gekennzeichneten Link:

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Auf diese Weise kannst Du Fotos, Videos und andere Erinnerungen ganz einfach an diejenigen weitergeben, die sie haben möchten.

Auf ähnliche Weise kannst Du auch ein Archiv Deiner Twitter-Beiträge herunterladen und mithilfe von Drittanbieter-Software wie Instaport eine Sicherungskopie Deiner Instagram-Story erstellen.

Stelle detaillierte Informationen bereit

Nimm Dir jetzt wieder Deine Inventarliste vor und erstelle eine Liste mit Benutzernamen und Kennwörtern für die aufgelisteten Konten.

Wenn Du einige Kennwörter vergessen haben solltest, nutze die Passwortwiederherstellungsfunktion der betreffenden Webseiten.

Solltest Du neben dem Passwort auch die Wiederherstellungs-E-Mail-Adresse und die geheimen Fragen / Antworten vergessen haben, musst Du selbst entscheiden, wie wichtig Dir dieses Konto ist. Um wieder auf ein solches Konto zugreifen zu können, musst Du Dich auf jeden Fall an den Support wenden und mit ziemlicher Sicherheit auch den Nachweis erbringen, dass Du der Kontoinhaber bist.

Erinnerung: Sie müssen höchstwahrscheinlich den Nachweis erbringen, dass Sie der Kontoinhaber sind.

Mach es offiziell

Zu guter Letzt solltest Du ein Testament aufsetzen und – bei Bedarf – auch eine Vollmacht ausschreiben. Darin kannst Du Deine Wünsche konkret schriftlich formulieren und klare Anweisungen zum Umgang mit Deiner Online-Identität geben.

Diese Art von „Social-Media-Testamenten“ gewinnt als juristisches Dokument immer mehr an Bedeutung. Es erfüllt den gleichen Zweck wie ein traditionelles Testament, regelt jedoch explizit die Aspekte Deines Online-Nachlasses.

Nachdem Du Dich vorab über alle Deine Online-Konten und die geltenden Richtlinien der Anbieter informiert hast, sollte es eigentlich kein Problem sein, ein solches Testament aufzusetzen. Im Internet kannst Du viele kostenlose Vorlagen finden. Das eigentliche Aufsetzen dauert meist nur wenige Minuten.

DeadSocial bietet eine einfache und kostenlose Vorlage für ein Social-Media-Testament. Eine großartige Vorlage für ein eher traditionelles Testament findest Du bei DoYourOwnWill. Das Ausfüllen dauert nicht länger als 20 Minuten, nachdem Du einen kurzen Fragebogen ausgefüllt hast.

WICHTIG: Vergiss nicht, Dein Testament zu unterschreiben! Abhängig von den gesetzlichen Bestimmungen Deines Landes benötigst Du möglicherweise auch eine zusätzliche Unterschrift eines Zeugen. Nachdem Du das Testament gedruckt und unterschrieben hast, solltest Du einen sicheren Ort finden, an dem Du es aufbewahren kannst.

Wenn Du beim Aufsetzen des Testamentes und dem richtigen Umgang mit Deinem digitalen Erbe und Deinen Social-Media-Konten unsicher bist, solltest Du Dich an einen Anwalt wenden und Dich rechtlich beraten lassen.

2. Schützen und autorisieren

Nachdem Du den Großteil der vorbereitenden Arbeiten erledigt hast, musst Du Dir vier wichtige Fragen beantworten:

  • Wer soll meine digitalen Vermögenswerte erhalten?
  • Wie kann derjenige darauf zugreifen?
  • Wie werden Deine genauen Anweisungen aussehen?
  • Wo wirst Du die Anweisungen verwahren?

Mit anderen Worten: Du musst Dich entscheiden, welchen Familienmitgliedern und Freunde Du welche Daten anvertraust – wen Du also z.B. als Facebook-Nachlasskontakt und Google-Kontoverwalter einrichtest oder mit ähnlichen Zugriffsrechten ausstattest. Diesen Personen musst Du das erforderliche Wissen und die benötigten Zugriffsdaten bereitstellen.

Du könntest diesen Treuhändern auch direkten Zugriff gewähren. Dies ist allerdings im Einzelfall leichter gesagt als getan, da die Zugänge heutzutage immer öfter mit komplexen Zugangsmetthoden gesichert sind (z.B. Verschlüsselung und Zwei-Faktor-Authentifizierung).

Der Zugriff allein ist nur eines der Probleme. Das andere ist Sicherheit. Wenn Du nicht alles handschriftlich notierst, sondern digitale Notizen anlegst, kopierst Du viele vertrauliche Daten auf Deinen Geräten hin und her. Wenn Dein Computer mit einem Keylogging-Virus oder einer ähnlichen Malware infiziert ist, können die Benutzernamen und Kennwörter bei diesem Vorgang leicht gestohlen werden.

Aber wie kannst Du Dich davor schützen? Hier sind die wichtigsten Maßnahmen:

Stelle sicher, dass Dein PC nicht gefährdet ist.

Führe eine Überprüfung auf Viren und Malware durch, und lasse Deinen Computer im Verdachtsfall gegebenenfalls von einem Experten durchchecken. Wenn Du Dir hinsichtlich der Sicherheit Sorgen machst, solltest Du auf dem Gerät auf keinen Fall die Liste mit den wichtigen Anmeldeinformationen erstellen.

Verwende einen Passwort-Manager.

Wenn Du noch nie von einem Passwort-Manager gehört hast, ist dies eine gute Gelegenheit, Dich mit diesen Programmen zu beschäftigen. Sie merken sich alle Deine Passwörter für Dich und bietet zusätzliche Sicherheit. Das Beste daran ist, dass Du viele davon kostenlos nutzen kannst.

Passwortmanager verfügen über eine Vielzahl von Funktionen. Sie bewahren nicht nur alle Deine Passwörter an einem Ort auf, sondern gewährleisten auch einfachen Zugriff (z.B. automatisches Einfügen in Formulare) und ein höheres Maß an Sicherheit. Du musst Dir nur Dein Master-Passwort merken, um in die Datenbank zu gelangen.

Zu den nützlichen Extras gehören außerdem die Synchronisierung aller Geräte, Einmalpasswörter, lokale Sicherungen, Phishing-Schutz und Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Wenn Dir die Idee einer besseren und sichereren Kennwortspeicherung gefällt, Du Dir aber nicht sicher bist, welche Software wirklich gut ist, solltest Du einen Blick auf diese Liste der besten aktuell verfügbaren Passwort-Manager werfen.

Überlege Dir, welche erweiterten Sicherheitssysteme bei den Anbietern genutzt werden.

Wenn Deine Konten oder Kennwortmanager durch Verschlüsselungsalgorithmen oder eine Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt sind, kann der von Dir ausgewählte Treuhänder möglicherweise nicht ohne weitere Anweisungen darauf zugreifen.

Bereite Dich auf dieses potenzielle Problem vor, indem Du die von Dir aktivierten Sicherheitsmaßnahmen eingehender untersuchst. Schreibe die Funktionsweise auf und erkläre klar, was zu tun ist, um Zugang zu erhalten.

Du musst auch den Zugriffsschlüssel bereitstellen, wenn eine Verschlüsselung erforderlich ist. Cloud-Service-Unternehmen (und andere Unternehmen, die verschlüsselten Speicher bereitstellen) können Deinen Nachkommen im Normalfall auch nicht mehr helfen, wenn diese nicht über die Zugriffsschlüssel verfügen. Das liegt einfach daran, dass Du der einzige bist, der den Schlüssel kennt. Im schlimmsten Fall wären Deine verschlüsselten Daten also für immer verloren.

Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung solltest Du die Verwendung von USB-Sicherheitsschlüsseln anstelle der herkömmlichen SMS-Benachrichtigungen in Betracht ziehen. Sie sind eine relativ neue Option, erweisen sich aber aufgrund der viel stärkeren Sicherheit bereits als bessere Alternative zu den Textnachrichten.

Google und Twitter haben die Möglichkeit zur Nutzung von USB-Sticks zur Zwei-Faktor-Authentifizierung bereits hinzugefügt, und weitere Plattformen werden mit Sicherheit folgen.

Wenn Du Verschlüsselungsschlüssel oder USB-Sticks verwendest, sind Deine sensiblen Daten viel sicherer. Du bist jedoch für die sichere Aufbewahrung der Schlüssel oder Sticks verantwortlich.

Deine Treuhänder werden viel weniger Probleme beim Zugriff auf Deinen digitalen Nachlass haben, wenn ihnen diese Schlüssel nach Deinem Tod sofort zur Verfügung stehen. Solltest Du aber vergessen haben, ihnen diese bereitzustellen, ist der Zugriff auf Deine Inhalte und Vermögenswerte höchstwahrscheinlich nicht mehr möglich. Vergiss das nicht.

Es versteht sich von selbst, dass die Sicherheitsschlüssel an einem sicheren Ort aufbewahrt werden sollten – vorzugsweise zusammen mit allen anderen Dokumenten, die Deinen digitalen Nachlass betreffen.

Über professionelle Hilfe nachdenken.

Wenn Du von der Menge der zu berücksichtigen Dinge überfordert bist oder andere Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung hast, kannst Du jederzeit Hilfe von Experten (Anwälten, Webdiensten, vielleicht sogar beidem) in Anspruch nehmen.

Es ist eine Sache, sich mit einem Anwalt über die Dokumentation und Strategie zu beraten, und eine andere, ihm äußerst sensible Informationen anzuvertrauen. Du solltest also vorab gut recherchieren, wem Du Dich da anvertraust!

Leider gibt es keinen Mangel an Fake-Anwälten oder zwielichtigen Diensten, die schutzbedürftige und in Bezug auf ihre digitale Sicherheit unbedarfte Personen ausnutzen. Dies ist ein weiterer Grund, warum es so wichtig ist, dass Du über Deine Rechte an Deinen digitalen Vermögenswerten informiert bist. Je besser Du vorbereitet bist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Du in eine Falle tappst.

3. Kommuniziere

Sobald Du Deine digitalen Vermögenswerte identifiziert, eine Liste erstellt und alle wichtigen Fragen zu Sicherheit und Autorisierung geklärt hast, ist es an der Zeit, über konkrete Anweisungen nachzudenken.

Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil der Vorbereitung auf das eigene Ableben. Inzwischen bist Du wahrscheinlich viel besser über dieses Thema informiert und mit vielen Details bestens vertraut.

Du solltest aber nicht dasselbe für die Personen annehmen, die Du als Erben und Nachlassverwalter ausgewählt hast. Diese Personen verfügen möglicherweise noch nicht über das erforderliche Wissen, insbesondere wenn sie technologisch nicht sehr bewandert sind.

Du musst also einen ausführlichen Leitfaden erstellen, um Deine Nachkommen angemessen auf die Aufgaben vorzubereiten.

Du machst Deinen Hinterbliebenen das Leben deutlich leichter, indem Du die erforderlichen Schritte klar beschreibst und die wichtigen Informationen an einem Ort aufbewahrst. Dies erspart ihnen zusätzlichen Stress und unnötige Logistik. Wenn Du dies befolgst, kannst Du Dir absolut sicher sein, dass sie sich auch wirklich angemessen um Deinen digitalen Nachlass kümmern werden.

Der Leitfaden sollte unkompliziert sein und einfache Erklärungen enthalten. Es ist keine schwierige Fachsprache erforderlich. Die Schritte sollten chronologisch sinnvoll und alle notwendigen Informationen leicht verfügbar sein. Wenn dies aus irgendeinem Grund nicht der Fall ist, solltest Du detailliert beschreiben, wie sie Zugriff auf die Informationen erlangen.

Wenn Du verschiedenen Personen unterschiedliche Teile Deines digitalen Nachlasses anvertraust, solltest Du in Betracht ziehen, separate personalisierte Leitfäden zu erstellen.

Wenn Sie beispielsweise weißt, dass Dein Ehepartner mit Computern sehr gut umgehen kann, kannst Du Deine Erklärungen etwas präzisieren. Versuche dennoch, die Informationen kurz und prägnant darzustellen.

Erstelle zur Sicherheit mehrere Kopien der Anleitung(en). Bewahre sie alle am selben Ort auf – vorzugsweise zusammen mit anderen Dokumenten, die für Deinen digitalen Nachlass relevant sind.

Ein Tipp: Bewahren Sie diese Dokumente nicht zu Hause auf. Selbst wenn Du einen Safe haben solltest, so besteht doch immer die Gefahr eines Einbruchs. Wenn möglich, dann wähle ein Bankschließfach oder einen sicheren Cloud-Dienst für die Online-Speicherung.

4. Verabschiede Dich von Deinen Internetbekanntschaften

Du hast bis hier hin schon großartige Arbeit geleistet: Deine digitalen Assets organisiert, Deine Passwortliste aktualisiert, Dein Testament verfasst und Anweisungen an deine Hinterbliebenen formuliert.

Herzlichen Glückwünsch! Du bist jetzt gut auf Dein digitales Ableben vorbereitet. Aber eine Sache solltest Du noch erledigen.

In Zeiten in denen sich die Welt immer mehr auf die digitale Ebene verlagert, erweitert sich auch unser Netzwerk von Freunden und Bekannten im Internet. Genau wie in der realen Welt können diese Beziehungen zu etwas Bedeutendem werden – und es tut weh, wenn sie zerreißen. Die ‚digitale‘ Trauer über den Verlust eines besonderen Menschen, den man nur aus dem Internet kannte, kann genauso schmerzlich sein, wie die Trauer um eine Person aus dem eigenen Umfeld.

Für diesen Zweck wurden im Laufe der letzten Jahre zahlreiche Apps und Dienste entwickelt, mit denen Du eine Abschiedsnachricht vorab aufzeichnen kannst, die dann abgespielt wird, wenn Deine Zeit gekommen ist. Einige von diesen Diensten bieten Dir darüber hinaus die.

Wenn Du Dich von Personen verabschieden möchten, die Dir zwar im Alltag nicht nahe stehen, aber mit denen Du online eine starke Bindung pflegst, könnten diese Webseiten möglicherweise interessant für Dich sein:

  • SafeBeyond ermöglicht es Dir, zukünftige Nachrichten für Angehörige und „zukünftige“ Nachkommen zu verfassen und zu planen. Du kannst Videos Aufnehmen, Sprachnachrichten aufzeichnen oder Textnachrichten verfassen und zu besonderen Ereignissen wie Geburtstagen, Jahrestagen, etc. versenden.
  • GoneNotGone ist eine andere Website, mit deren Hilde Du auch nach Deinem Tod noch Nachrichten an Freunde und Verwandte senden kannst. Du kannst Jubiläumswünsche vorbereiten, Kinderreime rezitieren oder ganz einfach sagen, was Dir gerade auf dem Herzen liegt.
  • MiLegacy verfügt über eine Website und eine App, über die Du Deine Lebensgeschichte teilen kannst. Sie bieten eine Funktion, mit der Du anderen Deine Lebensgeschichte erzählen und Deine Lebensleistungen präsentieren kannst. Dies ist eine gute Alternative, wenn Du mehr als nur Nachrichten oder Videos hinterlassen möchtest.
  • Bei AfterNote kannst Du Deine letzten Wünsche aufzeichnen, was für die Verwaltung Deines digitalen Nachlasses hilfreich sein kann. Du kannst auch Nachrichten an diejenigen senden, die Dir am nächsten standen, eine Zeitleiste mit wichtigen Ereignissen Deines Lebens erstellen und sogar Treuhänder mit Dein Konto hinterlegen, damit diese nach Deinem Tod auf die Informationen zugreifen können.

Letztendlich ist es natürlich Deine eigene Entscheidung, ob Du Dir einen solchen „digitalen Nachruf“ wünschst. Eines ist aber sicher: Solche Botschaften aus dem Jenseits können anderen den Trauerprozess ein wenig erleichtern.

Abschließende Worte

Niemand mag gerne darüber nachdenken oder darüber reden, aber der digitale Tod ist ein ernstes Thema, das mehr Aufmerksamkeit verdient. Noch wichtiger ist, wir sind es uns und unseren Lieben schuldig, auf das Schlimmste vorbereitet zu sein – auch wenn wir nicht vorhaben, diese schöne Welt bald zu verlassen.

Ist es kompliziert, den digitalen Nachlass zu planen? Ja, es ist auch langwierig und langweilig! Lohnt es sich all die Zeit und Mühe zu investieren? Absolut!

Wir von vpnMentor hoffen, dass dieser Leitfaden Dir die wichtigsten Aspekte dieses Themas näher bringt und Dich bei Deinen ersten Schritten zur Planung Deines digitalen Nachlasses unterstützt. Wir würden uns jedenfalls freuen, wenn Du Verantwortung übernimmst und wünschen Dir viel Erfolg dabei!

Wenn Du diesen Leitfaden in irgendeiner Weise nützlich findest, dann zögere nicht, ihn an Freunde und Verwandte weiterzugeben, damit auch diese Ordnung in ihren digitalen Nachlass bringen können.

Veröffentlicht: 10. Januar 2019

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