Was ist ein VPN Kill-Switch (Notausschalter) und wann solltest Du ihn verwenden?

Für viele VPN-Benutzer ist die Zuverlässigkeit des Netzwerks ein großes Anliegen. Sie wollen nicht, dass ihre Aktivitäten im Internet verfolgt werden können, wenn eine VPN-Verbindung fehlschlägt. Einige Anbieter gehen das Problem mit einem Kill-Switch (Notausschalter) an, aber nicht alle. Im nachfolgendem Beitrag findest Du Informationen, wie damit der Datenschutz verbessert wird. Teilen

Wie Du auf unserer Ranglistenseite sehen kannst, stehen viele qualitativ hochwertige VPN-Anbieter zur Verfügung. Aber kein Dienst ist wirklich perfekt. Zuverlässigkeit ist der wichtigste Faktor. Dieser Punkt bereitet den meisten potenziellen Kunden oder Bestandskunden die größten Kopfzerbrechen.

Das ist nachvollziehbar. Fällt die Netzwerkverbindung aus, wird der Computer wieder auf die öffentliche IP-Adresse zurückgesetzt, die vom Internetdienstanbieter (Internet Service Provider „ISP“) bereitgestellt wird. Dadurch verliert der Benutzer seine Anonymität und seine Aktivitäten lassen sich entsprechend leicht verfolgen.

Der arglistige Teil? Ohne entsprechende Vorsichtsmaßnahmen weiß der Benutzer nicht einmal, ob oder wann er getrennt wurde.

Das Problem gehen mehrere VPN-Anbieter mit einer Funktion an, die sich Kill-Switch (Notausschalter) nennt. Im Wesentlichen unterbricht ein Kill-Switch Deine Verbindung zum Internet, wenn die VPN-Verbindung fehlschlägt.

Warum ist diese Funktion so wichtig und wer bietet sie an? In diesem Beitrag erklären wir alle Aspekte zu diesem Sicherheitsproblem.

Wie zuverlässig sind VPN-Netzwerke im Allgemeinen?

Dies hängt von der Art des Dienstes ab, den Du benutzt.

VPN kill switch - vpnMentor

Unternehmen, die eigene Server besitzen und mehrere Dutzend Server-Cluster anbieten, können so gut wie immer eine Verbindung sicherstellen. Zum Beispiel bieten mehrere der Top-10 empfohlenen VPN-Anbieter auf unserer Webseite eine Uptime von 99,99 Prozent:

Allerdings sind Unternehmen, die Server gemeinsam nutzen oder solche, die keine Verbindungen zu mehreren Server-Standorten anbieten, viel weniger zuverlässig. Es sind auch die Anbieter, die wahrscheinlicher die Bandbreite drosseln und die Anzahl der Server-Verbindungen einschränken. Anders gesagt, sind Deine Optionen limitiert.

Was sind die Hauptursachen für Verbindungsunterbrechungen?

VPNs gewinnen deswegen an Popularität, weil sie normalerweise sehr zuverlässig sind. Trotzdem treten bei VPN-Verbindungen gelegentlich Probleme auf, die beim Benutzer zu Frust führen.

Die drei Hauptgründe für eine unterbrochene Verbindung sind:

  1. Firewall- und/oder Router-Einstellungen: Die Einstellungen bei Firewall, Antiviren- oder Anti-Spyware-Programmen können dazu führen, dass die Verbindung regelmäßig unterbrochen wird. Du kannst das einfach testen. Deaktiviere einfach die entsprechende Funktion temporär und versuche danach, eine Verbindung herzustellen. Ist die Verbindung mit deaktivierten Funktionen stabiler, musst Du das VPN als Ausnahme hinzufügen. Danach aktivierst Du die Funktion wieder.
  2. Wahl des VPN-Protokolls: Laut ExpressVPN laufen Verbindungen mit dem Protokoll TCP stabiler und mit UDP weniger stabil. Zickt Deine Verbindung, dann experimentieren an dieser Stelle und wechsle einfach das Protokoll.
  3. Unzureichende Signalstärke / Netzwerküberlastung: Bei der Benutzung eines VPNs verbindest Du Dich zu einem entfernte Server. Die lokale WLAN-Verbindung außer Acht zu lassen, wäre nicht schlau. Die Signalstärke des WLANs hat Einfluss auf die Zuverlässigkeit der VPN-Verbindung. Gehen wegen einer geringen Signalstärke viele Datenpakete verloren, könnte die Verbindung unterbrochen werden. Ist die Internet-Verbindung überlastet, wird die VPN-Verbindung möglicherweise auch instabil. Das ist in Cafés, auf Flughäfen und in Bibliotheken gar nicht so selten.

Wie viele VPN-Netzwerke bieten einen Kill-Switch an?

In den letzten Jahren haben immer mehr VPN-Unternehmen damit begonnen, Kill-Switches anzubieten. Dazu gehören:

  • Private Internet Access
  • Hide My Ass
  • AirVPN
  • IPVanish
  • VyprVPN
  • ExpressVPN
  • PureVPN
  • SwitchVPN

Zwei bemerkenswerte Ausnahmen gibt es aber. TotalVPN und Buffered haben keinen Kill-Switch.

Ist ein Kill-Switch normalerweise automatisch aktiv?

Nicht immer. Vielen Kill-Switches musst Du über die Einstellungen der Anwendung oder App aktivieren. Erst dann ist der Kill-Switch aktiv.

Beispielsweise stellt VyprVPN ein Dialogfeld zur Verfügung, in dem Benutzer die Optionen für den Kill-Switch anpassen dürfen.

vyprvpn-kill-switch-settings

Das Dialogfenster dient aber nicht nur, den Kill-Switch zu aktivieren oder zu deaktivieren. Der Anwender kann auch konfigurieren, wann der Notausschalter ausgelöst wird. Du kannst zwischen App (der Schalter wird dann deaktiviert, wenn sich VyprVPN beendet) und System (Kill-Switch ist auch nach Beendigung von VyprVPN aktiv). Weiterhin lässt sich sämtlicher LAN Traffic blockieren, sobald der Kill-Switch aktiv ist.

Umgekehrt wird bei ExpressVPN die Kill-Switch-Funktion namens Network Lock aktiviert, sobald Du Dich mit dem VPN verbindest.

Wer würde am meisten von Problemen bei der VPN-Netzwerkzuverlässigkeit betroffen sein?

Verbindungsprobleme haben schwerwiegende Auswirkungen auf Personen, die über ein VPN-Netzwerk Torrents herunterladen.

Solche Benutzer sind über lange Zeiträume mit ihren VPNs verbunden und möglicherweise nicht vor ihren Computern, um auf Verbindungsunterbrechungen reagieren zu können. Bietet Dein VPN Service keinen Kill-Switch an oder ist er nicht aktiv, lässt sich Deine IP-Adresse über eine öffentliche Verbindung verfolgen. Du bekommst das möglicherweise nicht mit.

Um dieses Risiko zu verringern, streben Torrent-Downloader normalerweise eine der folgenden zwei Lösungen an:

    1. Verwenden des Bittorrent Clients Vuze: Diese End-to-End-Software ist leichtgewichtig, verlangsamt den Computer nicht und lädt Torrents schnell herunter. In den aktuellsten Versionen des Clients lässt sich Vuze mit einer VPN-Verbindung koppeln. Ist die VPN-Verbindung unzuverlässig, ist das ein Vorteil. Fällt die VPN-Verbindung aus, routet das Betriebssystem die Pakete über das öffentliche IP-Netzwerk. Vuze versucht aber weiterhin, die Pakete über VPN zu routen. Die Torrents werden natürlich nicht erfolgreich heruntergeladen, aber es ist logischerweise auch keine Verfolgung der Pakete möglich.
    2. Manuelle Konfigurieren der Firewall-Einstellungen: Du kannst auch Deine lokale Firewall verwenden, um die Downloads zu blockieren, sollte die VPN-Verbindung unterbrochen werden. Unter Windows ist das eine recht elegante Methode. Private Internet Access trennt zum Beispiel die Verbindung während des Herunterladens von Torrents, wenn die Windows-Firewall-Einstellungen nicht richtig konfiguriert sind.

Gibt es andere Möglichkeiten, um sich vor Verbindungsabbrüchen zu schützen?

Neben den integrierten Kill-Switches gibt es mehrere Optionen von Dritten, um Deine Privatsphäre und IP-Adresse zu schützen, sobald die VPN-Verbindung abbricht. Zwei der beliebtesten Anbieter sind VPNetMon und VPN Watcher.

VPNetMon verhindert ungesicherte Verbindungen, wenn Ihre VPN-Verbindung unterbrochen wird. Das kostenlose Programm schließt ganz einfach bestimmte Anwendungen, wenn die VPN-Verbindung getrennt ist. Viele Benutzer mögen das Programm, weil es die Verbindung zum Internet nicht komplett kappt. Es beendet lediglich bestimmte Programme, damit sie Deine IP-Adresse nicht verraten.

VPN Watcher ist ein weiteres beliebtes Tool zur Überwachung von VPN-Verbindungen. Wie VPNetMon verhindert das Programm, dass bestimmte Anwendungen Daten an das Netzwerk senden, während die VPN-Verbindung unterbrochen ist. Das Programm kostet derzeit 9,95 US-Dollar.

Fazit: Schutzmaßnahmen für VPN-Verbindungen sind für den Datenschutz unerlässlich

Während Benutzer VPN-Dienste aus verschiedenen Gründen nutzen, schätzen alle von ihnen ihre Privatsphäre. Schlägt eine Verbindung aber fehl, können Tracker die IP-Adresse des Benutzers verfolgen. Darum ist es so wichtig, dass VPN-Services zuverlässig funktionieren.

Es ist egal, ob Anwender Whistle-Blower sind oder Torrents herunterladen. Sie wollen alle ihre Identität schützen. Deswegen wählen sie einen VPN-Anbieter, der einen Kill-Switch zur Verfügung stellt.

Die Top-VPN-Anbieter wissen natürlich auch, dass ihr Ruf und Marktanteile auf dem Spiel stehen. Enthüllte IP-Adressen sind sicherlich nicht die beste Werbung. Deswegen bieten die Unternehmen nicht nur eine Uptime von 99,9 Prozent, sondern auch einen Kill-Switch.

Entscheide Dich für ein VPN mit einem Kill-Switch:

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