Sind VPNs legal??

In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit der Legalität von VPNs. Ist das der Fall, verraten wir Dir wo sie legal sind. Teilen

Bevor Du einen VPN-Anbieter wählst, stellst Du Dir sicherlich die Frage, ob VPNs überhaupt legal sind. Diese Frage wird in Online-Foren sehr häufig gestellt. Es ist eine sehr berechtigte Frage, weil Du schließlich wissen willst, ob Du das Gesetzt brichst oder nicht.

Die Frage lässt sich aber nicht ganz so einfach beantworten, da die Antwort vom Land abhängt. Einige Länder wie zum Beispiel Russland und China haben VPNs als illegal eingestuft. Andere Länder erlauben eine Benutzung allerdings.

Bevor wir uns mit der Legalität von VPNs beschäftigen, wollen wir auf eine wichtige Sache hinweisen. Ein VPN kann völlig legal sein. Benutzt Du es aber für illegale Aktivitäten, ist das nicht zulässig. Brichst Du unter der Verwendung eines VPNs das Gesetz, dann unterstehst Du der Gerichtsbarkeit Deines Landes. Ein VPN kann natürlich helfen, Deine Identität zu verschleiern. Der Verkauf von Drogen, Raubkopien, das Verteilen von Viren und so weiter sind immer noch illegale Unterfangen und Du kommst mit dem Gesetz in Konflikt.

Einige verwenden ein VPN natürlich, um damit Schindluder zu treiben. Deswegen glauben viele, dass ein VPN an sich illegal ist. Das stimmt aber natürlich nicht. Es gibt viele legitime Einsatzfelder für ein VPN und das Positive überwiegt das Negative bei Weitem. Nachfolgend findest Du einige häufige und populäre Anwendungsfälle für die Verwendung eines VPNs.

  1. Regierungseinrichtungen und Firmen verwenden VPNs, um das Arbeitsumfeld abzusichern. Für diese Organisationen ist eine zusätzliche Secuity-Schicht sehr wichtig, weil damit sensible Daten geschützt werden. Andernfalls könnte es zu Datendiebstahl kommen, was zu operativen Verlusten führt. Bei manchen Unternehmen wie zum Beispiel Investment-Banken dürfen die Mitarbeiter von zuhause nicht direkt auf die Arbeitsplätze zugreifen. Sie müssen ein VPN mit RSA-Technologie benutzen, damit die Daten so sicher wie möglich sind.
  2. Leute, die sich um ihre Privatsphäre sorgen machen, verwenden ein VPN. Damit bleiben sie anonym und schützen sich vor neugierigen Augen. Das können Regierungen oder andere Organisationen sein. Einige Autoren und Reporter schreiben tapfer über sensible Themen. Ein VPN schützt ihre Identität und die persönliche Sicherheit. Einige Anwender wollen nicht, dass Suchmaschinen ihren Verlauf mitschneiden, um gezielte Werbung auszuliefern. Ein VPN verschleiert die IP-Adresse und die Suchmaschinen wissen nicht, welche Person sich hinter dem VPN befindet.
  3. Die Benutzung von öffentlichen WLANs (WiFi Hotspots) gilt in der Regel als gefährlich. Es sind ganz einfach die persönlichen Daten in Gefahr. Öffentliche Netzwerke solltest Du grundsätzlich nur dafür nutzen, um im Internet zu surfen. Sensible Transaktionen führst Du damit besser nicht durch. Es ist durchaus relativ einfach, die Verbindung zu belauschen, zu hacken oder anderweitig mit Malware zu kompromittieren. Verwendest Du ein VPN in einem nicht abgesicherten WLAN, schützt das Deine Daten, weil Du sie über ein sicheres Netzwerk schickst.
  4. Verwendest Du VoIP-Dienste, willst Du sicherstellen, dass Dich keiner belauscht. Das ist einfacher als Du denkst. Handelt es sich um eine Kommunikation, die privat ist, solltest Du ein VPN verwenden.
  5. Du kannst ein VPN verwenden, um sogenanntes Geoblocking zu umgehen. Vielleicht willst Du außerhalb den USA auf Netflix oder Hulu zugreifen. Möglich ist auch ein anderer Service, der nur in einem bestimmten Land verfügbar ist. Beachte aber, dass Du Dich hier in eine Grauzone begibst. In der Regel unternehmen die Anbieter nichts. Sie könnten allerdings Dein Konto sperren und damit kannst Du künftig gar nicht mehr auf die Services zugreifen.

Die meisten VPN Provider versprechen ihren Anwendern, dass sie keine Logs speichern. Deine Informationen werden damit nicht verfolgt und Deine Online-Aktivitäten nicht überwacht. Der Grund dafür ist, dass Regierungen Informationen über Dich nicht einfordern können, auch wenn Sie den VPN-Anbieter gerichtlich dazu auffordern.

Allerdings müssen die meisten Provider auch dem Gesetz des Landes folgen, in dem sie registriert sind und sich somit den Behörden beugen. Somit geben sie die Logs vielleicht an die Gesetzeshüter weiter, wenn sie dazu aufgefordert werden. Um sich gegen solche Fälle zu wehren, haben einige VPN Provider ihren Sitz in Ländern, in denen es solche Regelungen nicht gibt oder sehr schwach sind. Gibt es keine entsprechenden Gesetze, müssen die VPN-Anbieter logischerweise nicht mit den Behörden zusammenarbeiten.

Wir haben bereits erwähnt, dass VPNs in einigen Ländern legal sind und in anderen nicht. Die USA, Deutschland, Kanada und Großbritannien haben VPNs nicht verboten, andere aber schon. Werfen wir einen Blick auf die Länder, in denen VPNs teilweise oder komplett verboten sind:

  1. China: Ein VPN in China zu nutzen, ist illegal. VPN-Anbieter können ihre Dienste anbieten, wenn Sie von der Regierung eine Lizenz erwerben. Allerdings müssen sie Bestimmungen akzeptieren, die die ganze Übung nutzlos machen.
  2. Irak: Um den sogenannten IS zu bekämpfen, hat Irak VPNs komplett verboten. Dahinter ist eine gute Absicht, allerdings bedeutet das für die Bevölkerung Unannehmlichkeiten.
  3. Vereinigte Arabische Emirate: Ein VPN in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu benutzen, kann extrem teuer werden. Die Strafe kann bis zu ungefähr 450.000 Euro betragen. In erster Linie geht es hier um die Profite der Telekommunikationsanbieter und VoIP Services. Um der Branche unter die Arme zu greifen, hat die Regierung das Verbot etabliert.
  4. Turkei: Um Social Media unter Kontrolle zu bringen, hat die Regierung der Türkei diverse Websites blockiert. Dazu gehören auch solche, die VPN-Dienste anbieten.
  5. Weißrussland: In 2015 ist Weißrussland dem Beispiel Russlands gefolgt und hat die Benutzung von Tor und VPN untersagt. Die Provider müssen täglich die Liste der blockierten Dienst überprüfen, die von der Regierung vorgegeben wird.
  6. Oman: Das Land blockiert und zensiert gezielt die Medien. Dazu gehört auch das Internet. Eine Verwendung von VPNs ist verboten.
  7. Iran: Das Gesetz verbietet ein VPN nicht generell. Allerdings musst Du einen Anbieter benutzen, der eine Lizenz von der Regierung hat. Damit ist der Sinn des VPNs eigentlich ausgehebelt.
  8. Russland: Die Regierung aus Russland hat ein Gesetz verabschiedet, dass die Benutzung eines VPNs untersagt. Du findest weitere Informationen zum Thema in diesem Artikel.

Die Liste ist nicht sehr umfangreich und die Gesetzgebung ändert sich laufend. Erkundige Dich deswegen am besten über die momentane Gesetzeslage in Deinem Land. Unsere Seite mit den Live-Updates liefert Dir alle möglichen Informationen zu Online-Zensur und VPNs.

In den meisten Ländern ist eine Verwendung eines VPNs gestattet. Solange Du nichts Illegales damit treibst, sollte es keine Probleme geben.

Persönlich stehe ich hinter Netzneutralität und bin der Meinung, das Internet sollte für jeden zugänglich sein. Es sollte keine Einschränkungen geben und die Service Provider sollten auch keine bestimmten Dienste oder Inhalte favorisieren dürfen. So bleibt das Internet transparent, nützlich und für alle brauchbar.

Werden VPNs durch irgendwelche Methoden blockiert, deutet das auf eine größeres Problem hin. An dieser Stelle sollten die Regierungen ansetzen und gezielt darauf eingehen. Eine Blockade bestimmter Services ist wenn überhaupt nur eine temporäre Lösung.

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