Der ultimative Leitfaden für Online-Privatsphäre

Es ist Edward Snowden zu verdanken, dass wir nun wissen, wie verwundbar wir online sind. Er hat bekanntlich Dokumente über die Schnüffelaktivitäten der NSA veröffentlicht. Das Schlimmste daran ist, dass nicht nur die NSA die Bürger ausschnüffelt; Regierungen auf der ganzen Welt drücken Gesetze durch, um die Online-Aktivitäten der Bürger zu überwachen und Informationen zu speichern.

Die guten Nachrichten sind, dass Du Dich vor der kompletten Überwachung schützen kannst. Dafür hast Du mehrere Möglichkeiten.

Was kannst Du machen, um Deine Privatsphäre zu stärken?

Da gibt es einige Möglichkeiten. Du kannst Deine Daten verschlüsseln und auch Deine Online-Aktivitäten löschen und absichern. Selbst wenn alle die Empfehlungen nicht immer funktionieren, erhöhen sie Deine Privatsphäre deutlich, wenn Du online bist.

1. Sprich mit Unternehmen, die helfen können

Oftmals ist es einfacher, wenn wir die Dinge in die eigene Hand nehmen. Bei der Cybersecurity ist das aber allerdings schwierig. Verschlüsselung versttehen oder einfach nur einen Router konfigurieren, kann ziemlich mühsam sein.

Dann ist am besten, wenn Du mit jemandem sprichst, der Dir helfen kann. AccessNow hat eine Hotline für digitale Security. Sie bieten einer Reihe an Quellen an und geben Ratschläge, wie Du online sicher bleibst. Ob Du nun ein Reporter bist, der anonym bleiben will oder eine Firma, die Opfer eines Ransomware-Angriffs werden kann, ist egal. AccessNow kann Dir helfen, auf der sicheren Seite zu bleiben.

2. Benutze ein VPN

VPNs werden immer beliebter, sowohl aus Gründen der Security als auch wegen des Zugriffs auf das Internet. VPN steht für Virtual Private Network. Es verschlüsselt Deine Daten und sichert durch einen virtuellen Tunnel Deine Internetverbindung ab. Ursprünglich waren VPNs für große Unternehmen gedacht. Heutzutage nutzen sie aber auch Millionen Anwender aus persönlichen Gründen.

Ein VPN verschlüsselt nicht nur Deine Daten, sondern kann außerdem Deinen virtuellen Standort ändern. In so einem Fall sieht es so aus, als würdest Du Dich woanders befinden. Das ist dann nützlich, wenn Du Deinen Standort verschleiern musst, um anonym zu bleiben. Es ist aber auch sinnvoll, wenn Du eine TV-Serie angucken möchtest, die in Deinem Land nicht verfügbar ist. VPNs werden weiterhin benutzt, um in Ländern mit Zensur blockierte Inhalte und Websites zu besuchen. Ein Beispiel hier ist China.

Girl Using Computer

Das Beste daran ist, dass VPNs ziemlich populär geworden und damit erschwinglich geworden sind.

Wir listen die von uns empfohlenen VPNs hier auf.

3. Surfe mit Tor

Brauchst Du ein hohes Maß an Anonymität im Internet, ist das Tor-Netzwerk eine tolle Option. Tor ist die Abkürzung für „The Onion Router“ und das ist eine Referenz auf mehrere Verschlüsselungsschichten, um Deine Privatsphäre zu schützen. Tor macht Dich im Web anonym.

Für den Zugriff auf das Tor-Netzwerk solltest Du den Tor Browser benutzen. Er ist nicht so beliebt wie andere Online-Browser, erledigt seinen Job aber gut. Es ist ein spezielles Tool gegen Zensur. Du findest mehr über Tor und wie Du es benutzt hier heraus.

Du kannst außerdem ein VPN mit Tor für zusätzlichen Schutz nutzen.

4. Benutze keine Suchmaschinen mehr, die Dich verfolgen

Viele der beliebtesten Suchmaschinen speichern Informationen über Dich. Das gilt vor allen Dingen für Google. Zum Glück gibt es viele tolle Alternativen, deren Nutzung sicherer ist. Zu den gespeicherten Informationen gehören IP-Adressen, Zeit und Datum des Website-Besuchs, Suchbegriffe und die Cookie ID Deines Computers.

Die gesammelten Informationen werden dem Besitzer der Website übermittelt und natürlich auch allen Werbetreibenden, die den Auftritt nutzen. Damit können Werbetreibende viele Daten über Dich sammeln, während Du im Internet surfst. Mit den gesammelten Daten wird ein Profil über Dich erstellt. Basierend auf Deiner Internet-Historie wird Dir dann gezielt Werbung eingeblendet.

Sie geben Daten als an Websites und Werbetreibende, zusätzlich müssen sie die gesammelten Informationen aber auch an Gerichte und Regierungen weitergeben. Das müssen sie nur tun, wenn die Informationen angefragt werden, solche Gesuche gibt es aber immer mehr.

Allerdings gibt es auch Suchmaschinen, die die Daten ihrer Anwender nicht sammeln. Eine der populärsten ist DuckDuckGo. Sie sammelt Deine Daten nicht. Weiterhin verfolgt Dich die Suchmaschine nicht und schlägt keine Suchergebnisse vor, die anhand Deiner vorangegangenen Suchen ermittelt wurden.

5. Läsche Deinen Suchverlauf

Benutzt Du einen Browser, der Deinen Suchverlauf vorhält (Chrome, Firefox und Internet Explorer machen das), dann lösche den Verlauf regelmäßig. Das hält zwar niemanden auf, Informationen über Dich zu sammeln, aber es schränkt den Web-Browser ein, ein Profil über Dich zu erstellen. Ob Du nun auf eine Suchmaschine ohne Verfolgung wechselst oder bei Google bleibst, Du solltest auf jeden Fall den Verlauf Deines Browsers hin und wieder löschen.

6. Sichere Deine Online-Einkäufe ab

Zwei der häufigsten Angriffe in der heutigen Zeit sind Identitätsdiebstahl und Diebstahl der Kreditkarten. Der Hauptgrund dafür ist, dass wir unsere Kreditkarten fast täglich nutzen, um Dinge online zu kaufen. Viele Websites bieten natürlich eine sichere Möglichkeit zur Zahlung. Das garantiert aber noch nicht, dass Deine Kreditkartendetails sicher sind.

Bitcoin

Böswillige Hacker können auf die Server von Websites einbrechen und die Zahlungsaufzeichnungen stehen. Das könnte wiederum zu Dir führen. Eine Möglichkeit, Deine Karteninformationen zu schützen, ist die Benutzung von PayPal. Aber nicht alle Websites akzeptieren diese Zahlungsform. Außerdem kann PayPal immer noch mit Deiner Kreditkarte verbunden sein (das geht relativ einfach).

Die sicherste Möglichkeit für den Online-Einkauf sind Kryptowährungen. Die bekannteste Kryptowährung ist im Moment Bitcoin. Obwohl das Konzept nicht einfach zu verstehen ist, lassen sich solche Währungen relativ einfach nutzen. Du bist bei Bitcoin zwar nicht komplett anonym (speziell dann, wenn Du ein gekauftes Objekt an Deine Adresse schicken oder wenn Du Dein Geld in eine andere Währung umwandeln lässt), aber Deine Kreditkarteninformationen sind auf jeden Fall geschützt.

7. Lösche Deinen DNS Cache und die Cookies

Um das Surfen zu beschleunigen, speichern Browser die IP-Adressen der Websites von einem DNS-Server zwischen. Das sind ebenfalls eine Art Surf-Verlauf und eine Online-Aktivität, die sich verfolgen lassen. Zum Glück ist das Löschen des DNS Cache relativ einfach. Suche einfach danach, wie sich auf Deinem Geräte der Cache löschen lässt und Du wirst einen Schritt-für-Schritt-Leitfaden finden.

Ähnlich dazu verfolgen Flash Cookies Deine Aktivitäten. Flash Cookies tracken recht ähnlich zu herkömmlichen Cookies, aber sie lassen sich sehr einfach löschen. Wir empfehlen Dir den CCleander herunterzuladen. Das ist eine der besten Programme, die Flash Cookies löschen können. Außerdem eliminiert sie gleich noch ein paar andere unwichtige Dateien, die sich auf Deinem Gerät befinden.

8. Sei auf der Hut vor Tracking-Technologien

Es gibt sehr viele fortschrittliche und hinterhältige Methoden, wie sich Deine Daten und Online-Aktivitäten überwachen lassen. Ohne ein VPN kann man schlecht garantieren, dass die Geräte Dich nicht verfolgen. Bist Du Dir dessen aber bewusst, ist das der erste Schritt, um Dich selbst zu schützen. ETags gehören zu den Methoden, die schwer zu entdecken sind. Das sind Markierungen, die von Browsern benutzt werden, um Dein Surf-Verhalten zu überwachen. Das Löschen des Cache nach jeder Website oder das Abschalten des Cache können funktionieren. Es sind aber Methoden, die zeitintensiv sind und sich außerdem negativ auf das Surf-Erlebnis auswirken können. Benutzt Du Firefox, kannst Du ein Addon installieren, das Secret Agent heißt und ETag-Verfolgung verhindert.

Stealing

Ähnlich dazu wird der Verlauf gestohlen und damit ist Dein gesamter Surf-Verlauf exponiert. Es wird benutzt, um ein Profil über Dich zu erstellen. Das kannst Du nur mit vorbeugenden Tools wie einem VPN verhindern.

9. Deaktiviere HTML Web Storage

Web Storage ist in HTML5 implementiert und das wird auf den meisten Websites genutzt. Das Problem mit Web Storage ist, dass sich darin Informationen viel besser als in Cookies speichern lassen. Die gespeicherten Informationen lassen sich nicht monitoren oder selektiv löschen, wie das bei Cookies möglich ist.

Bei allen Internet-Browsern ist Web Storage per Standard aktiviert. Benutzt Du Internet Explorer oder Firefox, kannst Du Web Storage sehr einfach deaktivieren. Auch das Addon Better Privacy für Firefox hilft, weil es die Informationen in Web Storage automatisch löscht. Die Erweiterungen Click and Clean und Google NotScripts lassen sich für Google Chrome einsetzen.

10. Sichere Deine E-Mails

Die meisten E-Mail-Anbieter nutzen SSL-Verschlüsselung, um Deine E-Mai-Korrespondenz vor Angreifern zu schützen. Es gibt aber Möglichkeiten, sie zu hacken.

Email

Die beste Möglichkeit, Deine E-Mails zu schützen, ist sie zu verschlüsseln. Auf diese Weise kann nur der Empfänger den Inhalt lesen. Das ist allerdings keine realisierbare Option.

Suchst Du einen E-Mail-Anbieter, dessen Fokus auf Privatsphäre liegt, empfehlen wir ProtonMail. Ansonsten gibt es einige Apps und Addons, die gute Vershlüsselung bieten.

Eine weitere einfache Möglichkeit, Deine E-Mails zu schützen, ist die Erstellung eines starken Passworts (das Tool hier kann Dir dabei helfen). Für Angreifer ist es nun viel schwieriger, Dein Konto zu hacken. Das ist natürlich keine Garantie, dass Deine E-Mails nicht gehackt werden. Auf jeden Fall ist es ein Schritt in die richtige Richtung.

11. Schütze Deinen Cloud-Speicher

Cloud-Speicher wird immer mehr genutzt. Das ist natürlich ein tolles Tool, aber Clouds lassen sich einfach hacken. Große Cloud-Anbieter wie zum Beispiel Dropbox, Amazon, Apple, Google und Microsoft geben in ihren Nutzungsbedingungen an, dass sie sich das Recht vorbehalten, alle hochgeladenen Dateien zu untersuchen. Sie werden die Daten auch an die Behörden weitergeben, sollte es dafür einen Gerichtsbeschluss geben. Das betrifft zwar die meisten Leute nicht, aber es ist kein schöner Gedanke, dass jemand durch Deine Dateien schnüffelt, oder?

Cloud

Willst Du sicherstellen, dass Deine Daten in der Cloud sicher sind, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Du an die Sache herangehen kannst.

  1. Verschlüssele die Dateien manuell, bevor Du sie hochlädst
    Es gibt so viele Programme, die Dateien für Dich verschlüsseln. Der größte Vorteil dieser Methode ist, dass Du alle Cloud-Speicher-Services nutzen kannst, ohne Dir um Deine Dateien Sorgen machen zu müssen (solange Du natürlich die Schlüssel nicht hochlädst).
  2. Benutze einen Cloud-Speicher, der automatisch verschlüsselt
    Es gibt einige Cloud Services, die Deine Dateien automatisch verschlüsseln, bevor sie in die Cloud hochgeladen werden. Die Änderungen an Ordnern oder Dateien werden mit den lokalen Versionen abgeglichen, dann gesichert und anschließen in die Cloud hochgeladen. Es besteht die Möglichkeit, dass der Anbieter den Schlüssel hat und dann sind Deine Daten weiterhin gefährdet. Allerdings ist das Risiko geringer als bei anderen Cloud Service Providern.

12. Installiere Anti-Malware- und Antivirus-Software

Im Internet tummelt sich sehr viel schädlicher Code, der normalerweise als Malware bekannt ist. Ransomware ist eine Form von Malware, die ebenfalls über das Internet kommt. Es ist wichtig, den Unterschied zwischen den beiden zu kennen.

Ähnlich dazu können Viren Deinen Computer infizieren. Möglicherweise wird Dein Computer einfach nur langsamer. Es ist aber auch denkbar, dass alle Daten darauf zerstört werden. Einige Viren sind still. Sie laufen im Hintergrund und sammeln auf Deinem Computer heimlich Daten, die sie dann an den Entwickler des Virus zurückschicken. Das bedeutet, dass solche Viren Deine Passwörter speichern, Deine Bank-Details abgreifen und so weiter. Am besten schützt Du Dich, wenn Du Anti-Malware- und Antivirus-Software installierst.

Solche Software erkennt sowohl Viren als auch andere Malware auf Deinem Computer und löscht sie oder steckt sie in Quarantäne. Die Software wird Dich außerdem warnen, wenn sie eine Datei in irgendeiner Form für schädlich hält.

13. Installiere eine Firewall

Eine Firewall überwacht Deinen Netzwerkdatenverkehr und (sofern richtig konfiguriert) erkennt sie und blockiert bestimmten Traffic. Die große Chinesische Firewall ist ein Beispiel einer Firewall, die bestimmte Websites blockiert. Die Konfiguration einer Firewall kann sich sehr komplex gestalten. Sobald sie aber eingerichtet sind, ist eine Benutzung relativ einfach.

14. Schütze Dein Mobiltelefon

Dein Computer ist anfällig für Angriffe und das Gleiche gilt natürlich auch für Dein Telefon. Unterhaltungen lassen sich speichern, SMS-Nachrichten können abgefangen und gelesen werden und VoIP-Anrufe lassen sich monitoren.

Hinzu kommt noch, dass wir unsere Smartphones für so viele Dinge benutzen. Unter anderem greifen wir damit auch auf unsere Bankkonten zu. Deine privaten, ausführlichen Informationen lassen sich einfach hacken. Die einfachste und offensichtliche Lösung ist natürlich, das Mobiltelefon nicht zu benutzen. Allerdings ist das heutzutage keine praktikable Lösung. Eigentlich ist es unmöglich. Installiere stattdessen ein VPN und verschlüssle Deine Nachrichten (auf Deinem iPhone oder Android). Das ist die beste Möglichkeit, Deine mobilen Daten zu schützen..

Deine Privatsphäre ist es das wert

Alle hier beschriebenen Methoden benötigen Zeit sowie Aufwand und kosten auch ein bisschen Geld. Weiterhin könnten einige hier beschriebenen Methoden dazu führen, dass Du ein paar tolle Funktionen einbüßt. Damit sind zum Beispiel Web-basierte Services gemeint, die Cookies und andere Daten benötigen, um richtig funktionieren zu können.

Allerdings sind Cyberangriffe heutzutage so üblich, dass sich jeder die Empfehlungen hier zu Herzen nehmen sollte. Selbst einfache Security-Maßnahmen helfen, Dich zu schützen. Der erste Schritt ist die Installation eines VPNs auf Deinem Gerät. Die unten aufgeführten VPNs lassen sich einfach benutzen, kosten nicht sehr viel Geld und können Dich wirklich schützen.

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